FH Osnabrück Osnabrück Sun-Area Projekt
Sun Area - Projekt Thema der UN
29. Dezember 2008 | 10:52Osnabrück auf der Klimakonferenz in Posen.
In Deutschland hat es sich mittlerweile in mehr als 100 Städten herumgesprochen: In Osnabrück wurde unter Regie von Prof. Dr. Martina Klärle eine Methodik entwickelt, die es erstmals ermöglicht, das solare Ertragspotenzial des gesamten Dachbestandes einer Stadt automatisch und kostengünstig zu analysieren. Das an der Fachhochschule Osnabrück entwickelte Verfahren ist in Europa und möglicherweise weltweit bisher einzigartig und findet daher zunehmend auch internationale Beachtung. So hat beispielsweise die Hauptstadt Chiles, Santiago de Chile, vor kurzem die Auswertung eines Testgebietes beauftragt. Nun hat das Internationale Klima-Bündnis, dem auch die Stadt Osnabrück seit 1993 angehört, sie gebeten, ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Projekt Sun Area auf der soeben beendeten UN-Klimaschutzkonferenz in Posen auch einem internationalen Publikum vorzustellen.
An der zweiwöchigen Konferenz nahmen insgesamt 10.000 Teilnehmer aus 190 Staaten teil, die sich zum Ziel gesetzt hatten, das Nachfolgeabkommen zum sogenannten Kyoto-Protokoll vorzubereiten, das 2012 ausläuft. Im Rahmen dieses Kongresses nahmen auch rund 1000 kommunale Vertreter aus aller Welt an der Konferenz und an einer Vielzahl von Workshops teil. Einer dieser Workshops diente dem Erfahrungsaustausch von Kommunen im Umgang mit regenerativen Energien. Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Osnabrück, stellte hier als einziger Vertreter einer deutschen Kommune das Projekt Sun Area vor. Die Vertreter der anderen vortragenden Kommunen, zu denen Millionenstädte wie Yokohama und die indische Stadt Nagpur sowie Malmö und das Umweltamt des Staates Amazonien gehörten, zeigten sich höchst interessiert an der in Osnabrück entwickelten innovativen Methode zur Dachanalyse für Photovoltaik und Solarthermienutzung und den Erfahrungen der Stadt im Umgang mit Sun Area. Yokohama überlegt nun, ob die Methodik auch in der Metropolregion Tokio-Yokohama (34,5 Millionen Einwohner) zur Umsetzung der dortigen ehrgeizigen Photovoltaikziele eingesetzt werden könnte. (PA)