demographischer Wandel als Thema Stuttgart Tag des Bustourismus Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer
Reisen für Senioren sind ein Hit
16. Februar 2009 | 12:23Auf dem Tag des Bustourismus in Stuttgart wurde Zukunftsmusik aufgelegt
Im Reisebus steckt Zukunftsmusik. Damit daraus ein
Hit wird, muss die Bustouristik ihre Instrumente beherrschen. Auf
dem Tag des Bustourismus in Stuttgart diskutierten deshalb
Vertreter der Branche am Dienstag, 20. Januar, in welcher Tonart der
demographische Wandel erfolgreich begleitet werden kann. Rund
150 Zuhörer folgten der gemeinsamen Einladung des Verbandes
Baden-Wu?rttembergischer Omnibusunternehmer (WBO) und der
Gu?tegemeinschaft Buskomfort (gbk) in Stuttgarts Neue Messe.
In den musikalischen Vorlieben, die von Volksmusik u?ber Jazz und
Chansons bis zum fetzigen Rock reichen, spiegeln sich nach der
Beobachtung von Martin Becker die verschiedenen Lebensstile der Best
Ager. Um die Chancen des demografischen Wandels zu nutzen, muss
sich die Bustouristik deshalb auf die unterschiedlichen Wu?nsche und
Bedu?rfnisse ihrer wichtigsten Zielgruppe einstimmen, stellte der gbk-
Geschäftsfu?hrer fest.
Mit aktuellen Zahlen aus der Bevölkerungsstatistik konnte Elke Vetter
belegen, dass es sich fu?r die Bustouristik lohnt, die Zielgruppe der
Generation 50plus sowohl mit ihren Angeboten als auch mit ihren
Marketingstrategien anzusprechen. „In jedem zweiten deutschen Haushalt
lebt mindestens eine Person, die älter als 50 plus ist“, erklärte die
Projektleiterin Tourismus der IHK Nordschwarzwald. „Und mit einem
Gesamtvolumen von fast 20 Millionen Euro verfu?gt diese Altergruppe u?ber
mehr als die Hälfte des Gesamteinkommens der deutschen Bevölkerung.“
Die Bustouristik kann diese reisefreudigen Verbraucher nach
Überzeugung von Vetter fu?r sich gewinnen, wenn sie deren Bedu?rfnisse
nach Komfort und Sicherheit befriedigt. Dazu gehören neben
barrierefreien Hotels fu?r gehbehinderte und pflegebedu?rftige Touristen
auch Reisekataloge, deren Schriftgröße der Sehkraft von Senioren
angepasst wird.
Während Hermann Meyering, Busunternehmer aus Lingen und gbk-
Vorstand, ältere Kunden mit speziellen Katalogen unter dem Titel
„Seniorenreisen“ erfolgreich anspricht, setzt Bu?lent Menekse auf
Themenreisen. Mit zielgruppenspezifischen Mailings erreicht der
Geschäftfu?hrer von Spillmann- Reisen jene Touristen, die sich fu?r Kunst,
Fotografie und Ökologie interessieren oder im Zuge des Selfness-Trends
ihr Abendessen selber kochen wollen.
„Ein Unternehmer kann nur die Themen verkaufen, die er selber lebt“,
betonte Rainer Klink auf der Podiumsdiskussion, die von dem
Fachjournalisten Stefan Brummet moderiert wurde. Weshalb der gbk-
Vorsitzende und passionierte Oldtimer-Sammler mit seinen Retro-Touren
selbst eingefleischte Pkw-Fahrer fu?r den Bus begeistert. Seine
anspruchsvollen Kunden kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen -
was sie verbindet, ist ihre Leidenschaft fu?r alte Autos oder schöne Uhren.
Da als Folge des demographischen Wandels auch die Schulabgänger
knapp werden, plädierte Robert Peters fu?r Investitionen in die betriebliche
Ausbildung von Fahrern und Reiseleitern. Der Busreiseveranstalter aus
Lingen, der in den vergangenen zwölf Jahren fu?nf Chauffeure ausgebildet
hat, sichert damit einen beruflichen Nachwuchs, der die Bedu?rfnisse des
Marktes kennt. „Denn Busfahren ist eine Dienstleistung, die man von
Grund auf lernen muss.“
Das Schlusswort von Rolf Schmid illustrierte geradezu symbolhaft die
große Bedeutung der älteren Generation fu?r die Bustouristik. Obwohl
bereits offiziell in den Ruhestand verabschiedet, rundete der WBOGeschäftsfu?hrer
die Veranstaltung am Rande der CMT mit dem Appell an
die Branche ab, die wirklichen Bedu?rfnisse allein stehender Rentner nicht
zu u?bersehen. „Diese Menschen brauchen vor allem Kommunikation und
Geselligkeit.“
Bildunterschrift: Unter dem Motto „Zukunftsmusik im Reisebus“
diskutierten Robert Peters (v.l.), Hermann Meyering, Rolf Schmid, Elke
Vetter, Bu?lent Menekse, Stephan Brummet, Rainer Klink und Martin
Becker auf dem Tag des Bustourismus in Stuttgart u?ber die Chancen des
demographischen Wandels.
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