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Rebecca Harms zu Besuch bei der OSZ
2. Juni 2009 | 14:48Spitzenkandidatin der Grünenen stellt sich den aktuellen Fragen.
Am vergangenen Mittwoch stattete Rebecca Harms, grüne Spitzenkandidatin für die Europawahl, der Osnabrücker Sonntagszeitung einen Besuch ab.
Im Gespräch mit dem Blatt erklärte sie sich zu einigen Themen ihres Parteiprogrammes. Im Vorfeld eröffnete die Spitzenkandidatin der Grünen, dass sie seit Januar Wahlkampf betribe und seit sechs Wochen intensiv. Für die geringe Wahlbeteiligung macht sie verantwortlich, dass das Interesse für die Wahlen immer erst kurz vor der Wahl geweckt würde. „Was entschieden wird, wird kaum wahrgenommen“, so Rebecca Harms.
In der Frage Atomkraft setzt Rebecca Harms auf den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien an Stelle des Atomstroms. Sie würden immer günstiger und konkurrenzfähiger. Als man daruf zu sprechen kam, dass Frankreich allersings stark auf Atomkraft setze und wir in Deutschland doch von dort kaufen würden, argumentierte Rebecca Harms: „Man setzt dort aber nicht auch auf den Ausbau.“ Sie gibt auch zu bedenken, dass es ohne Gelder keine Atomkraft geben wird.
In Polen verfüge man bis heute über keinen Atomstrom, sprach sie bezugnehmend auf ihren Besuch des AKW-Standortes in Gryfino in Polen. Verständlich, da Atomstrom laut Frau Harms eine teuere und zugleich riskante Form des stroms ist. Sie rät Polen ebenfalls auf erneuerbare Energien zu setzen und die Kohlenutzng auszubauen. In Asse seien die Prognosen positiv und in Gorleben würde man wider ähnliches festgestellt haben.
Beim Thema Erhöhung der Milchquote verteidigte die Grüne ihren Standpunkt gegen die Quotenerhöhung. So setzt sie sich für eine Mengenregulierung ein und gegen die Angebote von Billig-Discountern. „Es braucht eine Wertschätzung der Milch, um die Existenz der Bauern nicht zu gefährden und einen Preisverfall zu vermeiden“, so Rebecca Harms. Es sei ihr unverständlich, dass selbst ein Bauernaufstand in dieser Angelegenheit vor einem Jahr nichts bewirken konnte. „Die Politik hat etwas falsch gemacht, als sie Lidl unterstützt hat,“ meint die grüne Spitzenkandidatin.
Zum Schluss äußerte sich Rebecca Harms zum Pensionsfonds. Sie selbst wolle erreichen, dass der Pensionsfonds nicht mehr weitergeführt würde und fordert, dass eine Klage der Abgeordenten gegen den Fonds von diesen auch bezahlt werden müsse. Und das allein geklagt würde wäre schon unter der Würde eines Abgeordneten, so Harms. Vorallem verlangt sie, Kläger mit Namen zu nennen; denn sie wollen erst nach den Europawahlen bekannt werden. Dass Parlamentspräsident Pötterint keine Stellung bezieht ist für die Spitzenkandidatin unverständlich. T.R.
Rebecca Harms, grüne Spitzenkandidatin für die Europawahl, besuchte die Osnabrücker Sonnzagszeitung. Foto: Reichardt
