Informationsveranstaltung Medikamentenabhängigkeit Niels-Stensen-Kliniken Bildungszentrum St. Hildegard Suchterkrankungen
Suchtgefahren
15. September 2009 | 13:05Osnabrück. Alkohol-, Medikamenten-, und Nikotinsucht stehen am 23. September, 11-17.30 Uhr, in den Niels-Stensen-Kliniken Bildungszentrum St. Hildegard (BZSTH) im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung. Die Referenten erläutern Probleme und Gefahren sowie Vorbeugungsmöglichkeiten. „Die Veranstaltung soll dazu motivieren, ein suchtfreies Leben zu führen und anderen dabei ebenfalls zu helfen“, sagt Benno Kölker vom BZSTH.
Osnabrück. Alkohol-, Medikamenten-, und Nikotinsucht stehen am 23. September, 11-17.30 Uhr, in den Niels-Stensen-Kliniken Bildungszentrum St. Hildegard (BZSTH) im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung. Die Referenten erläutern Probleme und Gefahren sowie Vorbeugungsmöglichkeiten. „Die Veranstaltung soll dazu motivieren, ein suchtfreies Leben zu führen und anderen dabei ebenfalls zu helfen“, sagt Benno Kölker vom BZSTH.
Das Programm beginnt um 11 Uhr mit einem Referat zum Thema Alkoholsucht von Martin Schnellhammer, Sozialarbeiter und Leiter einer Suchthilfeeinrichtung der Caritas. Anschließend spricht um 12 Uhr Dr. Elke Sylvester, Leitende Ärztin Fachklinik Nettetal und Psychotherapeutin, zur Medikamentensucht. Um 14 Uhr stehen Suchterkrankungen am Beispiel der Nikotinsucht auf dem Programm. Referent ist Dr. Frank G. Mathers, Facharzt für Suchterkrankungen. Anschließend findet um 15.45 Uhr ein Workshop statt mit dem Titel “Wie führe ich ein Suchtgespräch?“
Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gibt es in Deutschland rund 9,3 Millionen Menschen mit einem riskanten Alkoholkonsum. Dieser definiert sich bei Männern durch 30 bis 60 Gramm reinen Alkohol pro Tag, bei Frauen durch 20 bis 40 Gramm pro Tag (0,33 Liter Bier enthalten 13 Gramm reinen Alkohol und ein Glas Wein 0,21 Liter enthalten 16 Gramm, 0,02 Liter Whisky enthält 7 Gramm).
Alkoholmissbrauch betrifft 2,8 Millionen Menschen. Davon spricht man bei Männern mit einem Konsum von 60 bis 120 Gramm reinen Alkohols pro Tag, bei Frauen mit einem Konsum von 40 bis 80 Gramm. Als alkoholabhängig gelten 1,6 Millionen Deutsche der Altersgruppe 18 bis 69 Jahre. Jedes Jahr sterben rund 42.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums.
Jedes Medikament birgt eine Sucht- und Missbrauchsgefahr. Es gibt rund 1,6 Mio. Medikamentenabhängige in Deutschland. Meist sind es Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel, die als Drogen missbraucht werden. Die größte Gruppe der Betroffenen, über eine Million Menschen, ist abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. Die Medikamentenabhängigkeit erreicht damit ein vergleichbares Ausmaß wie die Alkoholabhängigkeit.
Die Nikotinsucht gehört zu den meist verbreiteten Suchtarten in Deutschland. Das hohe Suchtpotential ist bekannt, wird jedoch oft unterschätzt, denn nur wenige Zigaretten reichen aus bis zur Sucht. Da die Beschaffung von Zigaretten relativ leicht ist, beginnt der Konsum oft schon in jungen Jahren. (PA)