Engagement für Afrika Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis Henning Mankell Lukas Bärfuss
Osnabrück - Mankell und Bärfuss geehrt
22. September 2009 | 09:09Osnabrück. Mit einem Bein im schwedischen Schnee, mit einem Bein im Sand Afrikas, so beschreibt Henning Mankell seine kosmopolitische Lebenssituation. Die eine Hälfte des Jahres lebt der Schriftsteller in seiner Heimat Stockholm, die andere Hälfte in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist Mankell mit seinen Kriminalromanen über den Kommissar Kurt Wallander, die auch verfilmt wurden. Den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erhält er jedoch für sein unermüdliches Engagement für den schwarzen Kontinent.
Osnabrück. Mit einem Bein im schwedischen Schnee, mit einem Bein im Sand Afrikas, so beschreibt Henning Mankell seine kosmopolitische Lebenssituation. Die eine Hälfte des Jahres lebt der Schriftsteller in seiner Heimat Stockholm, die andere Hälfte in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks.
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist Mankell mit seinen Kriminalromanen über den Kommissar Kurt Wallander, die auch verfilmt wurden. Den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erhält er jedoch für sein unermüdliches Engagement für den schwarzen Kontinent.
Als Laudator würdigte Bundespräsident Horst Köhler den Einsatz Mankells. Er habe mit seinen Werken und seinem persönlichen Einsatz den Menschen einen Kontinent näher gebracht, den viele ausschließlich mit Not und Katastrophen in Verbindung brächten. Die Menschen, vor allem ihre Hoffnungen und Träume, seien es, die Mankell den Europäern eröffnet hätte.
Mankell selbst zeigte sich in seiner Dankesrede irritiert von der modernen Kultur. In Afrika versuche jeder noch so arme Mensch, sich würdevoll zu präsentieren. Die europäische Mode mit ihren absichtlichen zerstörten und scheinbar zerschlissenen Kleidungsstücken lehne er ab. Es sei zynisch, sich so zu kleiden.
Afrika sei der Kontinent, auf dem sich die Zukunft der Menschheit entscheide, sagte Oberbürgermeister Boris Pistorius. „Wenn man Bilder völlig entkräfteter Flüchtlinge sieht, die wie Strandgut an den Stränden unserer Zivilisation angespült werden, dann mag der Gedanke erlaubt sein, dass wir uns unsere Humanität vielleicht nur deswegen leisten können, weil wir ihre Gefährdung exportiert haben und alles dafür tun, dass wir nicht zur Verantwortung gezogen werden“, so Pistorius.
Ein Teil des Preisgeldes wird auch nach Afrika gehen: Henning Mankell hatte Regisseur Christoph Schlingensief zur Preisverleihung nach Osnabrück eingeladen und ihm eine echte Überraschung versprochen. Die glückte. Schlingensief wird einen Teil des Preisgeldes für sein Kulturprojekt in Afrika erhalten.
Mit dem mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis ehrte die Stadt Osnabrück den Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss für sein Afrika-Buch „Hundert Tage“. R.S.