Fachtagung Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück Thema „Reizarm ist reizvoll“
Osnabrück - Kleine Maßnahmen große Wirkung
30. Juni 2010 | 21:52Osnabrück. Lautes Reden, Klappern, Möbel rücken: Lärm der an den Nerven zerren kann. Gerade in Einrichtungen für Kinder führt die laute Geräuschkulisse bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kindern häufig zu einer Erschöpfung
und vermehrten Stressreaktionen. Doch Kinder sollen ja singen, reden und auch mal richtig laut sein. Auf einer Fachtagung mit dem Thema „Reizarm ist reizvoll“ wurden nun mögliche Lösungsansätze diskutierte, wie man Lärm, akustischer und visueller Reizüberflutung vorbeugen kann. Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück widmete sich gemeinsam mit Trägern, Leitern von Kindertageseinrichtungen sowie Experten dieser Problematik. „Der Lärmpegel kann schon durch bauliche Maßnahmen und die Raumgestaltung reduziert werden: schallschluckende Decken, Wandverkleidungen, Fußbodenbeläge und andere Hilfsmittel vermindern den Lärm,“ sagte Dr. Annette Ahlmeyer, Kinderärztin im Gesundheitsdienst. Außerdem könne ein strukturierter Tagesablauf die Geräuschkulisse verringern, wenn beispielsweise abwechselnd laut und leise, drinnen und draußen gespielt würde. Teilten sich die Kinder auf alle verfügbaren Räume einer Einrichtung auf, trage dies ebenfalls zur Verminderung bei, so Ahlmeyer weiter. Auch visuelle Reize belasten Kinder und Betreuerinnen. Die Gestaltung der Räume ist daher entscheiden. So spielt beispielsweise die Wahl der Farbe und der Dekoration eine wichtige Rolle. Die Auswirkungen von Lärm sowie akustischer und visueller Reizüberflutung sowohl auf Erwachsene als auch auf Kinder ist nicht zu unterschätzen, schilderten die Teilnehmer der Tagung teilweise aus eigenen Erfahrungen. Es sei keine Seltenheit, dass bei Mitarbeitern durch einen dauerhaften Geräuschpegel am Arbeitsplatz Stressreaktionen bis hin zu einem Burn-out- Syndrom zu beobachten seien. Bei Kindern käme es häufig zu Störungen der Aufmerksamkeit, mangelnder Konzentration und erhöhter Anspannung. Selbst Aggressivität könne eine Folge sein. Schon kleine Maßnahmen können daher also Stress vermeiden und Lebensfreude schaffen. (PA)