Forschungsgruppe der Fachhochschule Osnabrück Projekt „Next Generation PVR“ TV-Dschungel Vorlieben automatisch identifiziert
Osnabrück - Fernsehen, wie ich es mag
20. Juli 2010 | 10:09Osnabrück. Als 1967 das Farbfernsehen begann, konnte der Fernsehzuschauer gerade einmal zwischen 3 Kanälen wählen. Wer hätte damals gedacht, dass nur wenige Jahrzehnte später mehr als 1600 Sender im deutschen Fernsehen abrufbar sind? Auf der Suche nach dem richtigen Programm wird daher lästiges Durchzappen immer häufiger zum Fernsehalltag.
Osnabrück. Als 1967 das Farbfernsehen begann, konnte der Fernsehzuschauer gerade einmal zwischen 3 Kanälen wählen. Wer hätte damals gedacht, dass nur wenige Jahrzehnte später mehr als 1600 Sender im deutschen Fernsehen abrufbar sind? Auf der Suche nach dem richtigen Programm wird daher lästiges Durchzappen immer häufiger zum Fernsehalltag. Dem Zuschauer ist es kaum noch möglich, sich ausreichend über die Sender und das zugehörige Programm zu informieren. Interessante Sendungen werden mangels Überblick zudem häufig verpasst.
Licht ins Dunkel des TV-Dschungels bringt nun eine Forschungsgruppe der Fachhochschule Osnabrück: Im Projekt „Next Generation PVR“ entwickelt sie eine intelligente Software, welche die Vorlieben des Fernsehzuschauers automatisch identifiziert und entsprechende Sendungen empfiehlt bzw. aufzeichnet. PVR steht für Personal Video Recorder. Das Produkt soll 2011 auf der CEBIT präsentiert werden. „Wir entwickeln eine Software, die es ermöglicht, aus dem riesigen und unübersichtlichen Angebot der Senderlandschaft automatisch das Richtige für den Benutzer herauszusuchen. Die Software wird so funktionieren, dass sie kontinuierlich den Fernsehkonsum des Zuschauers registriert und analysiert und darauf aufbauend als eine Art Empfehlungsdienst entsprechende Programmvorschläge macht“, betont Prof. Dr. Karsten Morisse, Professor für Medieninformatik und Leiter der Forschungsgruppe.
Voraussetzung dafür ist die Verleihung von entsprechenden Attributen wie z.B. Genre, Herkunftsland oder Filmalter, die als Analysegrundlage für die Software fungieren und die entsprechend zur Verfügung gestellt werden. Gemessen wird dann u.a. die Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Genre oder ein bestimmter TV-Inhalt angeschaut wird.
Wer z.B. Serienliebhaber ist, kann diese Präferenz bei der anfänglichen Konfiguration des Systems zusätzlich eingeben und dann jederzeit „seine“ Serie abrufen. Weitere Angaben durch den Benutzer sind nicht notwendig.
„Das Interessante an der Software ist auch, dass soziale Netzwerke wie Facebook, studiVZ oder MySpace an das neue System angebunden werden können, so dass ein TV-Konsument seinen Freunden bestimmte Sendungen empfehlen kann, die dann auf deren PVR-System automatisch aufgezeichnet werden“, so Morisse weiter.
Next Generation PVR wird eine erhebliche Erleichterung in der Auswahl der richtigen Fernsehprogramme und einen großen Schritt in Richtung „maßgeschneidertes“ individualisiertes Fernsehen darstellen. Bis das System auf den Markt kommt ist allerdings noch das Wälzen von Programmzeitschriften angezeigt. (PA)