Annastift Kürzungen im Gesundheitssystem Kinderversorgung Niedersachsen
Keine Hilfe für behinderte Kinder?
29. September 2008 | 10:01Kranke Kinder aus Osnabrück betroffen.
Die Kosten im Gesundheitssystem steigen - die Politik handelt. Manchmal treffen die Maßnahmen allerdings die Falschen. Nur noch 5,25 Euro erhalten klinische Orthopäden für einen Fall. Schon bei einem einfachen Fall nicht viel, bei komplexen Fällen nicht machbar. Die kinderneuroorthopädische Ambulanz des Annastiftes ist in Niedersachsen einzigartig und genießt einen hervorragenden Ruf. Allerdings können die Orthopäden dort ihre neurologischen Zusatzleistungen nicht abrechnen. Durch die Kürzungen ensteht dem Haus, das gut 4000 junge Patienten aus Niedersachsen versorgt, ein Defizit von gut 180000 Euro pro Jahr bevor, eine Summe, die nicht mehr intern aufgefangen werden kann.
Für Eltern wie Renate Trautmann aus Osnabrück ist das ein schwerer Schlag. Ihre Tochter Leo muss von Geburt an mit eienr spastischen Lähmung leben. Dank der medizinischen Betreuung in der Ambulanz macht das Kind seit Jahren gute Fortschritte. „Ich weiß nicht, wo ich für meine Tochter dann eine angemessene Versorgung finde,“ klagt Trautmann. Jetzt machen die Eltern mobil und versuchen, eine Sonderregelung für die Ambulanz zu erhalten: Über 1000 Unterschriften hat Trautmann in den vergangenen Wochen in Osnabrück gesammelt, insgesamt sind es bereits über 15000. Mit der Aktion hoffen die Eltern, ein offenes Ohr im Sozialminis-terium zu finden. „Eine schnelle Lösung des Problems ist nötig. Es geht um die Gesundheit der Kinder!“ R.S.