Anette Schavan Bildung Handwerkskammer Osnabrück-Emsland
„Lehre wird noch reizvoller werden“
27. Oktober 2008 | 11:21Handwerkskammer begrüßt die Vorschläge der Bildungsministerin.
Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland begrüßt das Vorhaben von Bildungsministerin Anette Schavan (CDU), die Berufstätigen ohne Abitur ein Studium ermöglichen will. „Das geht in eine Richtung, die das Handwerk außerordentlich begrüßt und macht die Lehre noch reizvoller“, so Kammerpräsident Karl-Heinz Brünger, der auch das Amt des Vorsitzenden im Landesausschuss für Berufsbildung inne hat.
Die CDU-Politikerin hatte vor dem Hintergrund sinkender Studentenzahlen an deutschen Universitäten laut darüber nachgedacht, wie man versierten Fachkräften eine universitäre Aufstiegsqualifizierung ermöglichen könne. Sie hatte dabei den Mechatroniker angeführt, der ein Ingenieurstudium aufnehmen möchte. Eine solche Öffnung der Hochschulen stärke gleichzeitig die dualen Ausbildungsberufe, die dadurch attraktiver würden, sagte die Minis-terin in einem Zeitungsinterview. Die deutsche Kultusminis-terkonferenz hat bereits beschlossen, bis 2010 länderübergreifend die Voraussetzungen für einen Hochschulzugang beruflich qualifizierter Bewerber zu formulieren. Spätestens im kommenden Jahr wollen die Kultusminister der Bundesländer darüber beraten und beschließen. Niedersachsen ist auf diesem Gebiet schon weit voran- geschritten: Handwerksmeisterinnen und –meister erwerben hierzulande mit der Meisterprüfung den uneingeschränkten Hochschulzugang. Meister ohne Abitur können in Niedersachsen zum Hochschulstudium zugelassen werden.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung der niedersächsischen Regierung war u.a. eine Untersuchung der Universität Oldenburg, in der festgestellt wurde, dass „Personen mit Meis-terqualifikation studierfähig sind und die Anforderungen des Hochschulstudiums ohne größere und ungewöhnliche Probleme bewältigen können“. „Wenn das bundesweit Konsens wird und darüber hinaus auch besonders qualifizierte Gesellen ein Studium aufnehmen können, kommen wir damit der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung einen Riesenschritt näher“, stellt Brünger fest. (PA)