Osnabrück VHS Vorträge über die Ausgrabungen in Kalkriese
Rund um die antike Schlacht in Kalkriese
29. Dezember 2008 | 10:48Vortrag der Archäologin Dr. Susanne Wilbers-Rost am 7. Januar in der VHS.
Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Römer und Germanen in Nordwestdeutschland“ wird mit Vorträgen über die Ausgrabungen in Kalkriese fortgesetzt. Am Mittwoch, 7. Januar, spricht Dr. Susanne Wilbers-Rost (Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH) über „Ergebnisse und neue Fragestellungen der interdisziplinären Forschungen in Kalkriese“. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Volkshochschule Osnabrück. Die Vortragsreihe der Universität, der Stadt und der Volkshochschule will ein lebendiges Bild der antiken Verhältnisse in Norddeutschland vermitteln. Eintritt: 4 Euro.
Vor mehr als 20 Jahren begannen die archäologischen Forschungen in Kalkriese. Die vielen, seit 1990 zu Tage gekommenen Funde haben gezeigt, dass zwischen Kalkrieser Berg und Großem Moor Überreste eines umfangreichen Schlachtfeldes aus augusteischer Zeit, wahrscheinlich der Varusschlacht, entdeckt worden waren. Seither ist die Indizienkette, die für die Berechtigung dieser These spricht, immer dichter geworden. So zeigen die in einem Areal von mehr als 30 Quadratkilometern verteilten Fundstellen mit römischen Funden ein weiträumiges Kampfareal an. „Darin zeichnet sich ein lang gestrecktes Defileegefecht ab, nicht ein begrenztes Schlachtfeld, auf dem zwei Armeen aufeinander trafen. Römische Truppen scheinen an verschiedenen Stellen immer wieder attackiert worden zu sein, bevor sie auf eine gezielt als befestigter Hinterhalt errichtete Wallanlage trafen“, erläutert die Archäologin Wilbers-Rost.
Funde und Befunde weisen auf umfangreiche Verluste der römischen Legionen hin. „Von ihrer Ausrüstung blieb wenig, von den Gefallenen fast nichts übrig. Skelettreste von Maultieren und Pferden oder gar Menschen sind Ausnahmen“, so die Abteilungsleiterin Archäologie in Kalkriese. „Überraschend waren deshalb zunächst Gruben mit Knochenresten, für die es inzwischen aber eine Erklärung gibt: Die Knochen lagen nach der Schlacht für mehrere Jahre auf der Oberfläche, und nur spärliche Überreste wurden dann eingesammelt und auf dem Schlachtfeld in Gruben ‚bestattet’ - vermutlich im Jahre 15 n. Chr. von römischen Einheiten unter der Führung des Germanicus.“
Weitere Informationen zu der Vortragsreihe „Römer und Germanen in Nordwestdeutschland“ auf der Webseite www.kongress-2009.uni-osnabrueck.de (Stichwort „VHS Vortragsreihe“) oder auf der Internetseite der Volkshochschule: www.vhs-os.de. (PA)
Der Archäozoologe Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Uerpmann bei der Freilegung eines Maultierskelettes in Kalkriese. Er wird unterstützt von Dr. Margarethe Uerpmann und Grabungshelfern.
Foto: Universität Osnabrück
