Ausstellung Dr. Theophylaktos Emmanouilidis Fotograf Tobias Heyer Hammer Forum e.V. Osnabrück RWE zeigt eindrucksvolle Fotos
Fotoausstellung „Vergessene Kinder des Jemen“
23. Februar 2009 | 12:50RWE zeigt eindrucksvolle Bilder von Tobias Heyer.
Das Land Jemen fand letztes Jahr den Weg in die weltweiten Schlagzeilen durch die Entführung eines deutschen Ingenieurs. Nichts Ungewöhnliches, sagt Fotograf Tobias Heyer, der Anfang des Jahres mit einer Gruppe von Ärzten des „Hammer Forums e.V.“ das Land im Süden der arabischen Halbinsel besuchte.
Die RWE zeigt ab sofort und noch bis zum 10. April werktags von 9 bis 17 Uhr in seinen Räumlichkeiten am Goethering in Osnabrück eine Auswahl von rund 40 eindrucksvollen Fotos im Großformat von Tobias Heyer, die Einblicke in das Leben „der vergessenen Kinder des Jemen“ zeigen. „Der Tobias hält auch mal Momente fest, die uns einfach bei unserer Arbeit entgehen“, erklärt Dr. Theophylaktos Emmanouilidis vom Vorstand des „Hammer Forums“, der selber regelmäßig mit rund 20 Ärzte-Kollegen hilft.
Für Heyer war es die vierte Reise in den Jemen mit dem „Hammer Forum“, bei der er einerseits Augenblicke festhielt vom täglichen Alltag, aber auch Momente vor oder aus dem Operationssaal, wo sich so manche menschliche Tragödie abspielte. Der Kontrast von schwarz-weißen und farbigen Bildern lässt die Stimmungen deutlich werden. „Der Kontrast ist so gewollt“, so der Fotograf.
Das erkannten die ersten Aussstellungsbesucher am Mittwoch, wie eine zufällige Umfrage belegt. „Das stimmt einen nachdenklich!“ „Da kommt man wieder auf den Boden der Realität!“
Der Jemen ist eins der sieben ärmsten Länder der Welt mit der größten Entführungsquote. „Generell habe ich mich aber sicher gefühlt, weil wir vom Hammer Forum immer in militärischer Begleitung waren. Alleine wäre das aber wohl zu gefährlich gewesen. Urlaub würde ich dort nicht unbedingt machen“, so Heyer, der Bilder aus dem „Al Thawra-Hospital“ in Taiz und Umgebung schoss.
Die Ärztegruppe des „Hammer Forums“ reformierte das dortige Krankenhaus seit 1997 und kümmert sich in regelmäßigen Abständen um die medizinische Versorgung von Kindern samt schwerer Operationen - und das auf eigene Kosten und mit eigenem Risiko!
„Da geht es schon häufig um Leben und Tod, wenn wir operieren“, beschreibt Dr. Emmanouilidis. „Das ist eine brisante Sache. Die Leute sollen wissen, dass es Länder gibt, wo es im Normalfall ein absolutes Risiko ist, Kinder und Erwachsene zu operieren. Und da wollen wir mit unserem Engagement Abhilfe schaffen.“ P.V.
Tobias Heyer (l.) und Dr. Theophylaktos Emmanouilidis erzählten bei der Eröffnung der Ausstellung von ihren Eindrücken aus dem Jemen. Foto: Vorberg
