Alkoholmissbrauch weiter zurückdrängen Überprüfung Dr. Reinhold Kassing Gesundheitsdienst Osnabrück Testkäufer zunehmender Alkoholkonsum
Kein Alkoholverkauf an Jugendliche
9. März 2009 | 12:22Testkäufe im Landkreis Osnabrück in Vorbereitung.
Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück möchte den Alkoholmissbrauch durch Minderjährige weiter zurückdrängen.
Nach den Erfahrungen mit Testkäufen in der Stadt Osnabrück sollen Jugendliche nun auch flächendeckend im Landkreis testen, ob ihnen in Einzelhandelsgeschäften gesetzeswidrig Alkohol ausgehändigt wird.
Hintergrund der Überlegung ist der zunehmende Alkoholkonsum und die steigende Zahl der unter Alkoholeinfluss begangenen Gewaltdelikte jugendlicher Täter. „Wir registrieren mehr Unfälle und Gewalttaten von Jugendlichen, die mit Alkohol in Berührung gekommen sind“, bestätigt Michael Maßmann, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück. Trotz der Jugendschutzgesetze wird im Handel Alkohol an Jugendliche verkauft.
Dazu Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing: „Die Testkäufe dienen dazu, dem Jugendschutz mehr Gewicht einzuräumen. Ziel ist es nicht, einzelne Händler an den Pranger zu stellen, sondern es geht um Suchtprävention.“
Ein Hilfsmittel für Kassierer steht auch schon parat: Die so genannte Alterskontrollscheibe, die nach dem Prinzip der allseits bekannten Parkscheibe funktioniert, zeigt mit wenigen Handgriffen an, was ausgehend vom Geburtsjahrgang des Käufers verkauft werden darf und was nicht.
Die minderjährigen Testkäufer sollen zunächst von den zuständigen Mitarbeitern der jeweiligen Gemeinde in den Testvorgang eingewiesen werden. Zudem werden sie über die Ziele der Aktion und die Gefährlichkeit von Alkohol aufgeklärt. Erworbener Alkohol wird ihnen nach Abschluss des Kaufs unverzüglich entzogen.
Einzelhändlern, die erwiesenermaßen entsprechende Waren an Jugendliche weitergeben, droht nur bei wiederholtem Verstoß ein Bußgeldverfahren. Zunächst wird lediglich eine Verwarnung ausgesprochen.
„Das Ziel der Testkäufe ist klar: Wir wollen Jugendlichen den Zugang zu alkoholischen Getränken erschweren und damit dem Trend zum exzessiven Gebrauch von Alkohol entgegenwirken“ so Kassing.
Für Rückfragen steht der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück (melanie.grimm@Lkos.de oder 0541/501-8205) zur Verfügung.
(PA)
Präsentieren die Alterskontrollscheibe (v.l.): Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing, Michael Maßmann, Melanie Grimm, Leiter des Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück Dr. Gerhard Bojara, Fachdienstleiter für Ordnung und Soziales der Gemeinde Bissendorf Bernd Stegmann. Foto: privat
