Erziehungsprobleme bei Jungs Jungs haben weniger Erfolg Männermangel im Kindergarten Melle
Männermangel im Kindergarten Schuld?
23. März 2009 | 13:04Jungs machen in der Erziehung Probleme.
Was ist nur mit den Jungen los? Nicht erst nach dem furchtbaren Amoklauf in Winnenden ist bekannt: Sie haben immer weniger Erfolg in der Schule wie im späteren Leben. Anstatt sich den Problemen zu stellen, neigen sie dazu, sich abzuschotten. Schon heute machen mehr Mädchen Abitur als Jungen. Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, wenn sie selbst im Fach Mathematik von ihren weiblichen Konkurrenten überrundet werden, so Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Universität Bielefeld in seinem Vortrag „Erziehungsprobleme bei Jungs. Ist der Männermangel im Kindergarten schuld?“ zu dem der Meller Stadtelternrat am 17. Februar 2009 in den Saal der Meller Sparkasse einlud.
Eine Ursache für das Versagen der Jungen in der modernen Leistungsgesellschaft sieht Hurrelmann in ihrer häufigen Selbstüberschätzung. Sie haben offensichtlich weniger als die Mädchen gelernt, an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Dabei hat sich der Mangel an positiven männlichen Vorbildern gerade im Erziehungsbereich für sie negativ ausgezahlt. Gefragt sind also nicht nur die Väter, sondern auch männliche Erzieher im Kindergarten und Grundschullehrer, denn dort werden schon wichtige Grundlagen für die spätere Einstellung zum Lernen, zum sozialen Engagement in der Kommune und zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung gelegt.
170 Besucher lauschten den Ausführungen des bekannten Jugendforschers, der seit März auf eine Senior Professur an die Berliner Hertie School of Goverance gewechselt ist. Mit großem Interesse wurde sein Ruf nach einem besseren Image für Männer im Erziehungsbereich und die stärkere Einbeziehung kommunaler Vereine wie lokaler Betriebe bereits in den Kindergarten aufgenommen. Denn wie sagt doch ein afrikanisches Sprichwort: Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf! Die Veranstaltung des Stadtelternrats hat die Meller Eltern angeregt, über solche Inititiven nachzudenken. Er besteht seit 1993, vertritt 23 Kindergärten und damit mehr als 1.500 Kinder. Auch Dank der Unterstützung durch Sparkasse und Stadt Melle wurde der Abend ein großer Erfolg. (PA)