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Manfred Hugo: Kinder sollen Chancen bekommen
2. Juni 2009 | 11:59Landrat Hugo leitet konkrete Vorschläge an das Bundesfamilienministerium.
Sportverein, Musikstunden oder ein Ferienkurs zum Sprachen lernen: Das können sich heute längst nicht mehr alle Eltern für ihren Nachwuchs leisten. Immer mehr Familien fällt es sogar schwer, notwendige Schulbücher oder eine Klassenfahrt zu bezahlen. Leicht geraten dadurch gerechte Bildungs- und Entwicklungschancen für alle Kinder in eine Schieflage, sagen die Gleichstellungsbeauftragten aus dem östlichen Landkreis Osnabrück. Sie wollen eine bestmögliche Förderung für jedes Kind, und es geht ihnen dabei besonders um die Kinder erwerbstätiger Eltern. Dazu haben die fünf Frauen ganz konkrete Vorschläge erarbeitet, die sie Landrat Manfred Hugo jetzt im Kreishaus vorstellten.
„Entgegen der häufig vertretenen Meinung, dass Kinderarmut nur bei arbeitslosen Familien besteht, kann es auch für Erwerbstätige finanziell problematisch sein, die Ausgaben des täglichen Bedarfs zu decken,“ so Barbara Weber (Belm), Ann Bruns (Bad Essen), Angelika Rothe (Bissendorf), Elke Brockschmidt (Ostercappeln) und Karin Helm (Bohmte). „Alle Kinder gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und müssen gleich behandelt werden.“
Für dieses Anliegen gewannen die Frauen Landrat Manfred Hugo. Im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit in Hannover sind sie auch bereits zu einem Gespräch gewesen. „Dort ist das Problem offenbar bekannt, denn es gibt dafür sogar einen Begriff, und zwar den der so genannten Lücke-Kinder,“ sagt Barbara Weber. Über ein ganz aktuell eingetroffenes ermutigendes Schreiben aus dem Ministerium hätten sie sich daher ganz besonders gefreut. Darin heißt es, dass die erarbeiteten Vorschläge aus dem Osnabrücker Land in die entsprechenden Arbeitsgruppen und Abstimmungsgespräche des Bündnisses für alle Kinder eingebracht würden.
Die Empfehlungen der Gleichstellungsbeauftragten beziehen sich auf Kinder erwerbstätiger Eltern, für die Kindergeld bezogen wird. Für die schulische Bildung wird zum Beispiel ein Zuschuss für Lernmittel von 100 Euro pro Kind und Schuljahr in Form eines Gutscheines sowie die kostenlose Ausleihe von Schulbüchern empfohlen. Im Bereich der Gesundheitsprävention soll es für alle kostengünstige Mittagsmahlzeiten in Kindergärten und Schulen geben, was auch zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beiträgt. Die Stundenzahl für das schulische Sportangebot soll zur besseren Gesundheitsförderung aller Kinder erhöht werden. Landrat Hugo versprach, die Empfehlungen an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen weiter zu leiten, und auch die Gleichstellungsbeauftragten selbst werden auf politischer Ebene eng am Ball bleiben. (PA)
Die Gleichstellungsbeauftragten übergaben im Kreishaus eine Mappe mit Vorschlägen zur Chancengleichheit für alle Kinder. v. l.: Barbara Weber (Belm), Karin Helm (Bohmte), Landrat Manfred Hugo, Angelika Rothe (Bissendorf) und Ann Bruns (Bad Essen). Foto: privat
