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Die Zeugnisse der Megalithkultur in der Region

2. Juni 2009 | 14:56

Zeichen steinzeitlicher Kultur in Nordwestdeutschland.

Mit Beginn der Seßhaftigkeit in der Jungsteinzeit, etwa 3500 Jahre v. Chr., veränderte sich das Leben der Menschen extrem. Aus nomadisch lebenden Jägern und Sammlern wurden Bauern. Die Zelte und Hütte wichen auch in Norddeutschland erstmals festen Hauskonstruktionen und ersten gemeinschaftlichen Siedlungen. In unserer Region wird die entstehende Kultur aufgrund eines typischen Trinkgefäßes als Trichterbecherkultur bezeichnet.
Mit der grundlegenden Umstellung des Lebensrhythmus veränderten sich auch das kulturelle Leben der Menschen. Bis heute sichtbares Zeichen dieser Zvilisation sind die  Megalithgräber, umgangsprachlich auch Hünengräber, die immer noch an vielen Orten die Landschaft prägen. Mit ihnen schufen sich die jungsteinzeitlichen Menschen „Häuser für die Ewigkeit“.
Errichtet wurden die Gebäude  meist aus den riesigen Findlingen, die von den Gletschern der Eiszeit in unsere Region gebracht wurden. Eine Ausnahme bilden die „Karlssteine“ in Haste. Hier wurden die Blöcke aus dem stehenden Gestein geschlagen.
Die technische Leistung der Menschen kann nach heutigen Maßstäben nur als Meisterleitung bezeichnet werden. Der Transport der riesigen Steine und die Konstruktion der Bauten ohne technische Hilfsmittel wie Räder oder Flaschenzüge verlangt nach einer ausgeprägten Zusammenarbeit größerer Arbeitergruppen. Bis zu 100 Menschen schätzen die Archäologen, könnten ein Hünengrab in 15 Wochen fertiggestellt haben.
Die Megalithgräber waren sogenannte Kollektivgräber. Sie wurden zur Beisetzung vieler Menschen genutzt. In einzelnen Gräbern sind bis zu 150 Individuen nach und nach beerdigt worden. Die Menschen aus der Jungsteinzeit müssen einen augeprägten Glauben an ein Leben nach dem Tod gehabt haben, was die vielfältigen Beigabenfunde  in manchen Gräbern belegen. Der genaue Ritus, nach dem die Menschen vor gut 5500 Jahren ihre Toten  begruben, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Eine große Anzahl der ehemaligen Megalithgräber der Region sind über die Jahrtausende zerstört worden. Trotzdem sind noch etwa 400 der Gräber zumindest teilweise erhalten. Die Forscher gehen allerdings davon aus, das die ursprüngliche Anzahl gut zehn Mal so groß ist.
Noch heute ranken sich viele Sagen um die Gräber. Manches mal gingen die Menschen von heidnischen Ritualplätzen aus, was Archäologen in manchen Fällen sogar belegen können. In anderen Fällen sahen die Chris-ten den Teufel oder Hexerei am Werk.
Wer sich die Hünengräber der Region ansehen möchte, hat jetzt die Möglichkeit, dies geführt zu tun. Von Osnabrück aus führt die „Straße der Megalithkultur“ über Fürstenau, Meppen, Cloppenburg und Wildeshausen nach Oldenburg. Allein in Osnabrück sind mit den „Teufelssteinen“ in Voxtrup, den Gretescher Steinen und den Karlssteinen in Haste drei Hünengräber zu bewundern.
Am 5. Juni gibt es dazu noch eine geführte Rundwanderung für Erwachsene auf dem Steingräberweg Giersfeld. Los geht es um 15 Uhr in Westerholte.
Mehr Infos erhalten Interessierte demnächst auch auf der Webseite www.strassedermegalithkultur.de    R.S.

Das Buch „SteinZeitZeugen“.


Themen:
Archäologie, Hünengräber, Jungsteinzeit, Kollektivgräber, Megalithgrab, Megalithgräber, Megalithkultur, Osnabrück, Trichterbecherkultur, Zeugnisse in der Region
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Kultur, Lokales |

Titel: Die Zeugnisse der Megalithkultur in der Region

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