Diözesanmuseum Domschatz Karl der Große mittelalterliches Schachspiel Osnabrücker Dom
Osnabrück/ Das Schachspiel Karls des Großen
8. September 2009 | 09:06Osnabrück. Im Osnabrücker Diözesanmuseum ruhen wahre Schätze. Und diese Schätze waren auch schon vor Jahrhunderten berühmt. Ein Beispiel: Das Schachspiel Karls des Großen, „Es gibt dort endlich noch 25 oder 26 Schachsteine, die ihm gehört haben sollen; sie sind von Krystall und haben verschiedene Gestalt; theils rund, theils viereckig und theils spitz, sind sie ohne Aehnlichkeit mit den unserigen heut zu Tage“, berichtete der französische Abbé Claude Joly nach einem Besuch in Osnabrück, der ihn 1646 auch in die Sakristei des Domes geführt hatte.
Osnabrück. Im Osnabrücker Diözesanmuseum ruhen wahre Schätze. Und diese Schätze waren auch schon vor Jahrhunderten berühmt. Ein Beispiel: Das Schachspiel Karls des Großen, „Es gibt dort endlich noch 25 oder 26 Schachsteine, die ihm gehört haben sollen; sie sind von Krystall und haben verschiedene Gestalt; theils rund, theils viereckig und theils spitz, sind sie ohne Aehnlichkeit mit den unserigen heut zu Tage“, berichtete der französische Abbé Claude Joly nach einem Besuch in Osnabrück, der ihn 1646 auch in die Sakristei des Domes geführt hatte. Hier beeindruckten ihn insbesondere das mittelalterliche Schachspiel und weitere Stücke, die im Domkapitel als Geschenke Karls des Großen für seine Bistumsgründung am Hasefluss galten. Freilich lag diese Legendenbildung noch nicht lange zurück, denn sie ist schriftlich erstmals im Inventar von 1613 überliefert und sollte wohl die katholische Position des Domkapitels in den konfessionellen Auseinandersetzungen mit den evangelischen Stadtbürgern stärken.
Dabei könnte das Kapitel durchaus die allgemeine mittelalterliche Überlieferung im Kopf gehabt haben, die Kaiser Karls des Großen Leidenschaft für das königliche Spiel literarisch ausschmückt.
Heute enthält der Domschatz noch 14 Spielsteine, die zu drei oder vier Figurensätzen gehören und teils im 10., teils im 12. Jahrhundert im ägyptisch-fatimidischen bzw. arabisch-spanischen Raum entstanden sind. Eine Vergleichsfigur - möglicherweise aus demselben Ursprungsbestand - befindet sich im Halberstädter Domschatz. Dies sind keine Einzelfälle, denn kostbare Spielfiguren aus Elfenbein oder Bergkristall gelangten auch in andere Kirchenschätze, insbesondere nachdem der Kalifenschatz in Kairo 1062 aufgelöst bzw. zerstört worden war.
Jetzt geht ein Teil der Figuren auf Reisen. Ab Ende Oktober werden sieben der 14 Steine in einer Ausstellung zum Thema höfische Spielkultur im Hochmittelalter in Paderborn zu sehen sein. „Die Schachfiguren werden immer wieder angefragt,“ erklärt Dr. Hermann Queckenstedt, Leiter des Forum am Dom. Das Schachspiel Karls des Großen ist also auch heute noch ein echter Schatz
Die restlichen Figuren können weiterhin im Diözesanmuseum direkt am Dom bewundert werden.