Helix Metallbau IHK Insolvenz
IHK bestreitet Insolvenzverursachung
23. Juni 2008 | 17:15Zu dem letzte Woche veröffentlichten Bericht, in dem der IHK die Auslösung der Insolvenz einer Firma unterstellt wurde, erreichte die Redaktion am Freitag das Dementi der IHK.
In einer der OSZ am Freitag zugegangenen Erklärung weist die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland (IHK) einen Zusammenhang zwischen dem in den Jahren 1996/1997 erfolgten Aus- und Umbau des IHK-Gebäudes und einer Insolvenz der Firma Helix Metallbau GmbH entschieden zurück.
Tatsache sei, so die Erklärung, dass die IHK sich mit dem Unternehmen wegen objektiver Mängel bei der Bauausführung, wie zum Beispiel fortschreitender Materialfraß in den tragenden Aluminiumprofilen oder geplatzte Scheiben der Außenfassaden, seit 1997 gerichtlich auseinander setzen musste. Insgesamt ging es um eine vom Architekten aufgestellte Mängelliste mit rund 30 Positionen. Zur Beurteilung der komplexen bautechnischen Fragen hat das Gericht mehrere Sachverständige eingeschaltet. Noch im November 2005 - also lange nach der Helix-Insolvenz - hat das Landgericht Osnabrück in seinem erstinstanzlichen Urteil der IHK weitgehend Recht gegeben und lediglich rund 11000 Euro von insgesamt eingeklagten rund 192000 Euro für ohne weiteres zahlbar erklärt.
Das von Helix angerufene Oberlandesgericht hat in seinem Berufungsurteil vom Dezember 2007 die Sachverständigengutachten teils anders bewertet als das Landgericht, stellt die IHK fest. Dies war nicht vorhersehbar. Im Übrigen hat auch das OLG der Helix-Klage nur zum Teil stattgegeben. Dies zeigt die Kostenentscheidung, der zufolge die Firma Helix immerhin 3/10 der erstinstanzlichen Kosten selbst zu tragen hat. Die Kosten der zweiten Instanz hat das OLG sogar gegeneinander aufgehoben, was bedeutet, dass die Firma Helix insoweit die Gerichtskosten zur Hälfte und die Kosten des eigenen Rechtsanwalts voll selbst zu tragen hat.
Bestätigt hat das OLG, so die IHK, dass die grundlegenden Mängel an der Alu-Glas-Fassade von der Firma Helix zu verantworten sind. Helix selbst hatte jede Verantwortung stets von sich gewiesen und alle von der IHK gemachten Vorschläge für eine schnelle außergerichtliche Klärung abgelehnt.
Auf jeden Fall bleibt ein unguter Nachgeschmack. N. Fuhs