ambulantes Behandlungskonzept Caritasverband Diakonieverbundes Sucht Online-Sucht
Osnabrück - Erste Therapiegruppe für Online-Süchtige in Niedersachsen
17. November 2009 | 11:11Osnabrück. Wenn die künstliche Welt des Internets oder der Computerspiele wichtiger wird als Familie, Freunde oder Beruf, droht die Gefahr der sogenannten „Online-Sucht“. Studien belegen, dass es in Deutschland etwa zwei Millionen Onlinesüchtige gibt.
Osnabrück. Wenn die künstliche Welt des Internets oder der Computerspiele wichtiger wird als Familie, Freunde oder Beruf, droht die Gefahr der sogenannten „Online-Sucht“. Studien belegen, dass es in Deutschland etwa zwei Millionen Onlinesüchtige gibt. Diese Menschen sitzen in ihrer Freizeit mehr als 35 Stunden pro Woche vor dem Computer und surfen, chatten, oder spielen Online-Spiele. Ihnen droht der Verlust von Freunden, der Kontakt zur „wirklichen“ Welt zerbricht, nicht selten entstehen handfeste Probleme in Schule und Beruf.
Wer aus der virtuellen Welt zurück in die reale Welt möchte, findet bislang nur selten Hilfe, da es bisher so gut wie keine Behandlungskonzepte für diese neue Suchterkrankung gibt.
In der Region Osnabrück wird dies nun anders: Der Ökumenische Behandlungsverbund des Caritasverbandes und des Diakonieverbundes Sucht in der Region Osnabrück hat ein ambulantes Behandlungskonzept entwickelt, das über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten Einzel- und Gruppengespräche vorsieht. Damit ist erstmals in Niedersachsen auch das Angebot einer Gruppentherapie für Online-Süchtige eingerichtet. Klaus Polack, Leiter des Diakonieverbundes Sucht, erläutert, dass dieses Behandlungsangebot die Weiterentwicklung eines Beratungsangebotes ist, das bei Diakonie und Caritas bereits seit mehreren Jahren besteht: „Wir behandeln in den letzten Jahren bereits Einzelpersonen und haben nun die Möglichkeit, eine Gruppentherapie anzubieten.“ Monika Schnellhammer, Leiterin der Caritas-Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation, ergänzt: „Online-Sucht ist ein relativ neues Phänomen. Wir sind deshalb froh, in Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung ein Behandlungskonzept umsetzen zu können.“
Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover als ein federführender Kostenträger von Suchttherapien, sogenannten Rehabilitationsmaßnahmen, begleitet das neue Konzept und hat die beiden Trägerverbände Diakonie und Caritas ermutigt, das Angebot zu entwickeln. (PA)
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