Filtertüten Kaffee-Partner Melitta Werbefilm Mirja Boes
Wallenhorst - Abgebrüht Melitta filtert Mirja Boes.
1. Dezember 2009 | 12:12Wallenhorst. Oma. Filtertüte. Großfamilie. So ungefähr sind die Assoziationen der meisten Menschen, wenn sie den Namen „Melitta“ hören. Die wenigsten wissen dabei, dass aus der Oma mit der Filtertüte inzwischen ein internationaler Milliardenkonzern geworden ist. Einer, der mit harten Bandagen kämpft, wie sich jetzt zeigt.
Wallenhorst. Oma. Filtertüte. Großfamilie. So ungefähr sind die Assoziationen der meisten Menschen, wenn sie den Namen „Melitta“ hören. Die wenigsten wissen dabei, dass aus der Oma mit der Filtertüte inzwischen ein internationaler Milliardenkonzern geworden ist. Einer, der mit harten Bandagen kämpft, wie sich jetzt zeigt.
So freut man sich auf der Melitta-Website über einen „ausgesprochenen Wachstumssprung“ im Geschäft mit Kaffeemaschinen für Großverbraucher. Dieses Wachstum könnte nach dem Geschmack der Konzern-Manager wohl noch etwas größer sein, wären da nicht störende Mittelständler wie zum Beispiel Kaffee-Partner aus Wallenhorst. Nicht ganz so alt zwar wie die 100jährige Oma Melitta, aber immerhin auch schon seit 37 Jahren ein erfolgreicher Anbieter von Kaffee-Vollautomaten. Einer mit kreativen Marketing-Ideen: Die Schauspielerin Mirja Boes zeigt auf www.kaffee-partner.de in einem kurzen Video, wie eine Sekretärin ihre wertvolle Zeit mit der Zubereitung von Kaffee verbringt. Und, wie das halt so ist beim Kaffeekochen: Es werden Filtertüten dargestellt.
Keine von Melitta natürlich. Schließlich kannte man ja von Anfang an die Empfindlichkeit der alten Dame. Nein, eine unscheinbare Nicht-Melitta-Filtertüte, um nur ja keinen Streit mit dem Konzern zu provozieren. Nützte aber nichts. Die Anwälte von Melitta forderten umgehend, den Film von der Website zu nehmen. „Wirklich nicht komisch“ sei er, und „extrem unsachlich“. So weh muss das den Melitta-Juristen getan haben, dass sie bei Zuwiderhandlung eine sechsstellige Summe haben androhen lassen. Sozusagen Schmerzensgeld für Filtertüten-Misshandlung.
Nicht viel Geld für einen Konzern mit 1,23 Milliarden Umsatz und 3.385 Mitarbeitern. Für ein mittelständisches Unternehmen jedoch eine schmerzhafte Summe, und deshalb gibt es den Film aktuell nicht zu sehen. Vorläufig jedenfalls, bis der „Fall“ rechtlich geklärt ist. Und so bleibt bei allem Schmunzeln über die „Spaßfilter“ bei Melitta auch ein fader Beigeschmack: Der Verdacht drängt sich auf, dass mit Unterlassungsverpflichtungserklärungen, Einstweiligen Verfügungen und anderen juristischen Mitteln ein mittelständisches Unternehmen mundtot gemacht werden soll.
Ach ja, noch eine kleine Warnung: Melitta hat sich das Wort „Filtertüte“ schützen lassen. Möglicherweise müssen also Leser dieses Textes mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Wahrscheinlich hätte man „Filterpapier“ schreiben müssen. Oh je. Bitte sagen Sie es nicht Melitta weiter. Sonst wird die alte Dame noch ärgerlicher…
(PA)