Brand Reifenfirma Hinghaus Brandrückstände PAK-Gehalte ungefährlich unkritische Belastungen
Dissen - Entwarnung nach Hinghaus-Brand
8. Dezember 2009 | 13:26Dissen. Die Analyse der Rückstände nach dem Brand in der Reifenfirma hat keine gesundheitlich bedenklichen Schadstoffkonzentrationen ergeben. Dieses teilt der Landkreis Osnabrück mit.
Beim Brand der Reifenfirma Hinghaus sind feste, leichte Brandrückstände sowie ein russartiger Belag mit der abziehenden Rauchwolke verteilt worden.
Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich nördlich durch die Noller Schlucht bis nach Borgloh hin.
Die festen, leichten Brandrückstände bestanden überwiegend aus dem Kohlenstoffgerüst von verbrannten Materialien und wurden zwischenzeitlich durch eine Fachfirma aufgelesen. Sofern noch vereinzelt Reste auftauchen, können sie nach wie vor über den Hausmüll entsorgt werden.
Zur Untersuchung des russartigen Niederschlags wurden im Verlauf der Rauchgasabzugsrichtung von unterschiedlichen Oberflächen Proben entnommen und auf den brandspezifischen Parameter Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Die jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen durchweg geringe, unkritische Belastungen.
Im nahen Umfeld der Brandstelle ist allerdings eine Beeinflussung durch den Russbelag, zum Teil auch sichtbar, gegeben. Die festgestellten PAK-Gehalte bewegen sich im Bereich der Hintergrundbelastung für Außenflächen.
Der Sanierungszielwert für Innenräume im Industriebereich wurde in allen Proben sehr deutlich unterschritten.
Damit kann eine Gesundheitsgefährdung durch den Russbelag hinsichtlich der geprüften PAK ausgeschlossen werden, so die Kreisverwaltung.
Auch die Untersuchung von Gemüseproben (Kohl und Raps) zeigten nur geringe PAK-Belastungen, die sich ebenfalls im Hintergrundbereich bewegten.
Auf Kontaktflächen (beispielsweise Treppengeländer) vorhandene Russrückstände sollten möglichst mit üblichen Haushaltsreinigern beseitigt werden, soweit möglich und noch nicht geschehen.
Wie die Kreisverwaltung weiter mitteilt, kann aufgrund der vorliegenden Informationen und Untersuchungsergebnisse auch für die Betreiber von Trinkwasserbrunnen im Bereich Nolle/Borgloh eine relevante Beeinflussung der Wasserqualität durch den Brand nach jetzigem Kenntnisstand ausgeschlossen werden.
Der Brandort ist weiterhin so abgedichtet, dass kein Niederschlagswasser mit Brandrückständen in den nahen Bach abfließen kann.
Die Ergebnisse der Analysen hierzu sowie zu dem aufgefangenen Löschschaum liegen noch nicht vor. Hinsichtlich der noch fehlenden Untersuchungsergebnisse rechnet die Kreisverwaltung nach den bisherigen Erkenntnissen aber nicht mit bedenklichen Befunden. (PA)