Deutsche Forschungsgemeinschaft interdisziplinären Austausch Projekt Ökonomien der Reproduktion
Osnabrück - Fortpflanzung
22. Dezember 2009 | 13:53Osnabrück. Wie hat sich die Kultur der Reproduktion im Laufe der Jahrhunderte verändert? Und welche Rolle spielten dabei ökonomische Aspekte? Das sind nur zwei der Fragen, auf die im Projekt „Ökonomien der Reproduktion. Interdisziplinäres Netzwerk zur Geschichte und Gegenwart menschlicher Fortpflanzung 1750-2010“ ab Januar 2010 Antworten gesucht werden.
Osnabrück. Wie hat sich die Kultur der Reproduktion im Laufe der Jahrhunderte verändert? Und welche Rolle spielten dabei ökonomische Aspekte? Das sind nur zwei der Fragen, auf die im Projekt „Ökonomien der Reproduktion. Interdisziplinäres Netzwerk zur Geschichte und Gegenwart menschlicher Fortpflanzung 1750-2010“ ab Januar 2010 Antworten gesucht werden. An dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine Laufzeit von drei Jahren geförderten Verbund wird sich Dr. Christine Loytved von der Universität Osnabrück beteiligen.
Die Gesundheits- und Kulturwissenschaftlerin aus dem Forschungsschwerpunkt Maternal and Child Health, der von Prof. Dr. Beate Schücking an der Universität Osnabrück geleitet wird, ist eine der 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, England, Österreich, der Schweiz und den USA, die sich mit den historischen Entwicklungen wissenschaftlicher Konzepte von Reproduktion und Fortpflanzung in ihrem sozialen, kulturellen und politischen Kontext bis in die Gegenwart auseinandersetzen. Dabei sollen durch den interdisziplinären Austausch Forschungsdesiderate ermittelt und mögliche Forschungslinien für eine Geschichte menschlicher Reproduktion und deren Beziehungen zu Ökonomien über mehrere Jahrhunderte hinweg entwickelt werden.
„Das Netzwerk besticht durch unterschiedliche disziplinäre Bezüge, sozial-, kultur- und gesundheitswissenschaftliche Forschungsansätze und ihren wissenschafts- und medizinhistorischen Perspektiven“, so Loytved. „In den letzten 250 Jahren hat sich das Verständnis von Zeugung, Fortpflanzung und Geburt, aber auch von Abstammung, Vererbung und Verwandtschaft in grundlegender Weise verändert. Die aktuelle Reproduktionsmedizin zeigt erneut eine Umbruchphase an, in der all diese Kategorien eine Revision erfahren.“ Charakteristisch für gegenwärtige Entwicklungen seien die immer enger werdenden Verflechtungen zwischen Labor und Klinik, pharmazeutischen Unternehmen und Börse. „Stammzellen, Embryonen und Gameten sind nicht nur – ethisch umstrittene – biomedizinische Forschungsobjekte, sie stehen auch im Zentrum unterschiedlicher moralischer, biologischer, sozialer und wirtschaftlicher Ökonomien“, so die Wissenschaftlerin. (PA)