Altes Gasthaus Fischer-Eymann Geschichten rund um die Iburg und das Kloster Musikanten „Sonor Teutonicus Touristinformation Bad Iburg Veranstaltung „Helden–Sagen–Minnesang“
2. März 2010 | 10:34Bad Iburg. Bühne und Kulisse wollten so recht passen und schienen wie bestellt: Kälte und Dunkelheit, aufreißende Wolkendecke im fahlen Mondlicht, alte Gemäuer umwabernde Nebelschwaden und mittendrin abenteuerlich gewandete Mannsleute.
Bad Iburg. Bühne und Kulisse wollten so recht passen und schienen wie bestellt: Kälte und Dunkelheit, aufreißende Wolkendecke im fahlen Mondlicht, alte Gemäuer umwabernde Nebelschwaden und mittendrin abenteuerlich gewandete Mannsleute.
Es fehlte eigentlich nur noch der klagende Schrei einer Eule. Keine finstere Szene aus einem Harry Potter-Film. Nein, die sehr reale Aufführung einer Truppe um den wohlbeleibten Bruder Tuck, alias Stefan Smoltzyk, einst Wegbegleiter des legendären Robin Hood.
Ebenso interessant wie informativ brachten Marktvogt Cosmas Rhinhardson vom Mäscher, bürgerlich als Michael Knop bekannt und Grimar Cast vom Poggenwald, alias Peter Burchert, vielerlei Schmankerl, aber auch Schauriges den über siebzig Gefolgsleuten zu Gehör und holten mit altüberlieferten Geschichten rund um die Iburg und das Kloster längst Vergangenes aus dem Mittelalter in die Gegenwart zurück. Wissenswertes, warum der Bennoturm achteckig gebaut worden sei, in dessen Verlies auch hochherrschaftliche Gäste schmachteten, über die Braukunst des Klosters, Quacksalbereien der Apotheke aus gebrannter Hirnschale und Schneckenschleim, bis hin zu Gerichtspraktiken am Schandpfahl, gaben der Marktvogt und sein Gehilfe zum Besten.
Gestärkt durch heißen Honigwein am offenen Feuer und seelsorgerisch begleitet durch Bruder Tuck, wartete im rustikalen Ambiente des Alten Gasthauses Fischer-Eymann eine ebensolche Speisenfolge auf die hungrige Gesellschaft.
Nach der obligatorischen Handwaschung in Holzschüsseln („nur reine Hände haben reine Gedanken“), einem recht unorthodoxen Gebet, versehen mit den gebräuchlichen Tischregeln („ein jeder bleibe mit dem Bestecke auf seinem Teller“), wurde „dem zahnlosen Volke“ eine Kürbis-Lauchsuppe gereicht, gefolgt von „Stücken aus der Sau“ und anderen Deftigkeiten „für Wiederkäuer mit Restbezahnung“.
Unterwegs zu den historischen Stätten und während der Tafelfreuden sorgten Gaukler durch Feuerzauber und die Musikanten „Sonor Teutonicus“ mit derben Trinkliedern und mittelalterlichen Instrumenten für „allerley Kurtzweyl“.
Mit großem Erfolg hatten die Veranstalter, die Touristinformation Bad Iburg und das Alte Gasthaus Fischer-Eymann, bereits mehrfach die außergewöhnliche Veranstaltung „Helden–Sagen–Minnesang“ durchgeführt. Die vorerst letzte findet am 19. März statt. RAH