Flugverbote Naturgewalten Prof. Dr. Bernd Zimanowski Vulkan Eyjafjallajökull
Der Höhepunkt der Ascheproduktion sollte überschritten sein
17. Mai 2010 | 09:11Der Vulkan Eyjafjallajökull macht derzeit wieder einmal deutlich wie stark Naturgewalten sein können und wie sie auf unser tägliches Leben Einfluss haben. Über die weiteren Aussichten und mögliche Befürchtungen sprach die OSZ daher in dieser Woche mit dem Vulkanologen der Universität Würzburg, Prof. Dr. Bernd Zimanowski.
Der Vulkan Eyjafjallajökull macht derzeit wieder einmal deutlich wie stark Naturgewalten sein können und wie sie auf unser tägliches Leben Einfluss haben. Über die weiteren Aussichten und mögliche Befürchtungen sprach die OSZ daher in dieser Woche mit dem Vulkanologen der Universität Würzburg, Prof. Dr. Bernd Zimanowski.
„Die Vulkanasche besteht vorwiegend aus Glas-, Gesteins-, und Kristallbruchstücken, deren Grösse zwischen 5 und 100 µm liegt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Konzentrationen auch nur annähernd in einen gesundheitsschädlichen Bereich kommen. Auch kann eine wetter- oder gar klimawirksame Rolle der Eyjafjallajökull-Eruptionen ausgeschlossen werden“, beruhigt er alle diejenigen, die schon gesundheitliche Auswirkungen der Aschewolken vermuten.
Wie lange man aber mit dem Ausstoß von Vulkanasche noch rechnen muss, weiss auch Prof. Dr. Zimanowski nicht. „Dies wird in erster Linie von der Wetterlage abhängen - der Vulkan hat durchaus das Potential noch einige Wochen bis Monate immer wieder für Aschenachschub zu sorgen - ob diese zu uns transportiert wird, hängt letztlich vom Wetter ab“, zeigt er die für uns alle doch recht ungewisse Zukunft auf.
Prof. Zimanowski kann so auch den mit dem Flugzeug in Urlaub fliegenden OSZ-Lesern keine klare Angabe machen. „Gegen das Wetter und den Vulkan kann man nichts tun. Solange es noch keine gesicherte Basis für die Festlegung von Grenzwerten und die messtechnische Erfassung der tatsächlichen Aschekonzentrationen gibt, wird es sinnvollerweise bei einer sehr konservativen Regelung bleiben, das heißt lieber den Luftraum zu lange sperren, als zu kurz“, weist er auf die tatsächlich so bisher nicht bedachten Mängel hin. Ob hier tatsächlich Bedarf nach einem über Deutschland und Europa verbreitetem Netz an Messgeräten in den unterschiedlichen Höhen besteht, muss die Politik entscheiden.
„Ein gewisses Risiko wird wohl bestehen bleiben, wobei ich nicht annehme, dass es wieder zu einer kompletten Sperrung des Luftraumes kommt - der Höhepunkt der Ascheproduktion sollte überschritten sein“, macht Prof. Zimanowski dann doch wieder Hoffnung, dass so ein Flugverbot wie vor zwei Wochen wohl nicht wieder passieren wird. Norbert Fuhs