Funkorchester Osnabrück Musik
Das „Funkorchester“ nimmt eigene CD auf
20. Juli 2008 | 20:13Proben, proben, einspielen, proben und wieder einspielen. - Eine Kurzreportage.
Montag, 10.47 Uhr, aus dem Fenster röhrt der Bass, die Drums schlagen aus einem kleinen Nebenraum. Die Tür geht auf im Hinterhof der Katharinenstraße 99 - der Blick geht in die „Klanglounge“, ein schlichtes Tonstudio im Herzen von Osnabrück. Matthias Heck, Joachim „Billy“ Brüntjen und Jan-Hendrik Kramer tüfteln gerade akribisch am richtigen Sound.
Die Drei sind Mitglieder der zehnköpfigen Osnabrücker Formation „Funkorchester“ Das Trio beginnt in diesen Tagen die Aufnahme für das im Herbst erscheinde zweite Album. „Lass uns das nochmal machen“ , ruft Bassist Matthias in das kleine Hauptstudio, wo Jan-Hendrik als Inhaber der Klanglounge das Aufnahme-Programm am Mischpult bedient. Schlagzeuger Billy grinst aus dem Aufnahmestudio und greift zu seinen Sticks.
„Ein Takt Klick und ein Takt Kuhglocke“, die knackige Ansage vom „spirtitus rector“ Jan-Hendrik vor dem Start des Titels „Supertyp“. Die Füße fangen unweigerlich an zu wippen, das groovt so richtig. „Und Stop….“ Die Aufnahme wird angehört, zurückgespult und wieder angehört. Da eine Feinheit - hier eine neue Idee. „Spiel das doch mal so“, so die Hilfe von Bassist Matthias an seinen Drumer.
Zwei Stunden haben sich die Musiker pro Song vorgenommen. Die Platte, die noch keinen Namen hat, soll zwölf Tracks beinhalten. „Wir haben uns drei Songs pro Tag vorgenommen“, meint Aufnahmeleiter Jan-Hendrik Kramer, der als Keyboarder auch Musiker des Funkorchseters ist. „Seit Donnerstag spielen wir die Titel mit Bass und Schlagzeug ein. Das ist die Grundlage jedes Musikstückes.“ Es ist mittlerweile 11.18 Uhr.
In den nächsten Wochen werden weitere Instrumente eingespielt. Bass und Schlagzeug folgen Keyboard und Gitarre in Person von Jan-Hendrik Kramer und Thorsten Wiggers. Anfang August stehen die Bläser im Tonstudio - Hendrik Heuermann (Saxophon), Steffen Kötter (Posaune) und Marc Schröer (Trompete).
Darauf folgen die Gesangsparts. Jan Eiken und Anne Linnenschmidt verleihen den Liedern ihre markante Stimme. Soloeinspielungen und die Percussion-Instrumente runden die Aufnahme zum Abschluss ab. Zum Einsatz kommt auch der weitere Schlagzeuger Sven Kopatz. Der Zeitplan sieht Anfang September das Ende der Aufnahmen vor. Ein Monat bleibt anschließend Zeit, die Songs zu bearbeiten, und ihnen einen schönen Sound zu verpassen. Die CD wird im Oktober gepresst und im November erfolgt die Veröffentlichung mit einer fetzigen Release-Party samt Livekonzert. Soweit die Theorie. Bis es dazu kommt, dauert es aber noch.
Überall stehen leere Wasserflaschen in den Räumen. Matthias lacht. „Wir trinken aber meistens Kaffee, möchtest Du einen?“ Weiter geht´s. „Können wir gleich nochmal den Schluss machen“, ruft Jan-Hendrik, der Regisseur des Ganzen.
12.23 Uhr, Billy gibt noch einmal alles! „Die Bridge ist nicht ganz knackig, so ist das noch nicht ganz geil ….“ „Du kannst noch ein bisschen in die Snare reinlegen, ansonsten ist das cool!“ Musikersprache. „Zweite Hälfte, zweite Strophe, wollen wir da noch mal einsteigen?“ 13.04 Uhr: Die 19. Aufnahme ist im Kasten vom „Supertypen“ - Puh. Durchatmen! „Zum Abschluss machen wir noch eine Spaßaufnahme“. Warum? „Da ist man meistens lockerer“, ist sich Jan-Hendrik sicher.
Zwei weitere Songs werden an dem Tag noch folgen. Und nach 19 Uhr geht es weiter zu den Live-Proben, Musikerleben halt. Es wartet schließlich für das Funkorchester das nächste Konzert schon am nahenden Wochenende. P.V.
Bassist Mathias Heck (links) und Studioleiter Jan-Hendrik Kramer tüfteln für die CD-Aufnahme des Funkorchesters an der richtigen Einspielung. Fotos: Vorberg
