Kabeltester Stadtwerke Osnabrück
Kabeltester: Schneller als der Fehler
28. Juli 2008 | 19:25Stadtwerke bauen Kompetenz in der Kabelmesstechnik aus.
Eine hohe Versorgungssicherheit nimmt nicht nur für die Kunden der Stadtwerke Osnabrück einen hohen Stellenwert ein. Stromausfälle können negative Auswirkungen für die Kunden wie auch für den Netzbetreiber zur Folge haben. Um Ausfälle zu vermeiden, haben die Stadtwerke ihre Kompetenz in der Kabelmess- und Kabeldiagnosetechnik zunehmend ausgebaut und bieten ihre langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet jetzt auch anderen Netzbetreibern als Dienstleistung an.
„Die Netzbetreiber stehen in diesen Zeiten vor einer großen Herausforderung“, verdeutlicht Dr. Andreas Hoffknecht, Technischer Leiter der Stadtwerke Osnabrück, die Hintergründe. „Sie wollen eine möglichst hohe Versorgungssicherheit gewährleisten, müssen ihre Netze aber zugleich wirtschaftlich betreiben.“ Eine passende Strategie sei gefragt, um diesen Spagat zu meistern. „Dabei hilft eine zustandsorientierte Instandhaltung des Kabelnetzes“, erläutert Dr. Hoffknecht weiter. Die Kabel werden nach dem Kriterium ihres Zustandes und damit nach Bedarf ausgetauscht und nicht wie früher üblich nach dem Kriterium ihres Alters und damit auf Verdacht. Der Vorteil: Kabelfehler werden rechtzeitig erkannt, ältere aber noch im guten Zustand befindliche Kabel bleiben im Netz. Dadurch kann die Versorgungssicherheit hoch gehalten und das Kabelnetz wirtschaftlich betrieben werden. „Möglich macht das erst eine kompetente Kabelmess- und Kabeldiagnosetechnik“, so der Technische Leiter.
Bei der Fertigung von Kabeln handelt es sich um ein komplexes Verfahren. „Das Stromkabel ist ein High-Tech-Produkt“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Fred Wiznerowicz vom Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschule Hannover. Die spezielle Messtechnik sei kostenintensiv und erfordere eine hohe Kompetenz.
„Über die verfügen aber nur wenige Netzbetreiber“, so Prof. Wiznerowicz weiter und nennt Stichworte wie die Teilentladungsmessung oder Tangens-Delta-Verlustfaktormessung. Dabei handelt es sich um spezielle Verfahren zur Identifizierung und Lokalisierung von geschädigten Kabelisolierungen. Hieraus wiederum lassen sich Schlüsse auf die „Restlebensdauer“ eines Kabels ziehen. „Ich kann die Stadtwerke nur beglückwünschen, eine solche Erfahrung auf diesem Gebiet zu besitzen und diese auch anderen Netzbetreibern zur Verfügung zu stellen“, so der Experte der Fachhochschule Hannover. (PA)