Osnabrück Poker-Liga Pokern
Pokern: Verein will Trendspiel hoffähig machen
28. Juli 2008 | 19:50Pokerfreaks-owl.de organisiert Turniere und eine Poker-Liga.
„Poker ist der Name einer Familie von Kartenspielen, die in der Regel mit Pokerkarten des anglo-amerikanischen Blatts zu zweiundfünfzig Karten gespielt werden und bei denen mit Hilfe von fünf Karten eine Hand gebildet wird.
Dabei setzen die Spieler ohne Wissen um das (genaue) Blatt des Gegners einen unterschiedlich hohen und mehr oder weniger wertvollen Einsatz (Spielmarken, Chips, Geld etc.) auf die Gewinnchancen der eigenen Hand.“ (Quelle Internetlexikon Wikipedia)
Pokern erfreut sich immer größerer Beliebtheit, einschlägige Fernsehsender berichten stundenlang über dieses Spiel - oder vielleicht doch über einen Sport? Marcel Santana vom Pokerverein „pokerfreaks-owl.de“ hat seine klare Meinung: „Wir sehen es als Sport, als Strategiespiel und nicht als Glücksspiel.“
Der Verein organisiert mit Veranstalter Wilhelm Brockmann von der Firma Event Leader im hiesigen Raum, in Norddeutschland und in Westfalen regelmäßig Pokerturniere der Variante „Texas Hold´em“, die in einer Serie zusammengefasst werden. Nach rund 30 dieser Turniere gibt es ein Halbjahresfinale, welches gestern am Abend nach Redaktionsschluss in Bielefeld ausgetragen wurde.
Als Vorrundensieger ging dabei der Osnabrücker Klaus Bohr ins Rennen. Bohr, der seit rund anderthalb Jahren pokert, gilt als ganz Großer der hiesigen Zunft. „Ich habe ein ganz großes Ziel“, so Bohr. „Ich will in spätestens vier Jahren beim Main Event der World series of Poker in Las Vegas am Tisch sitzen.“
Bis dahin wird er hier noch bei vielen Turnieren teilnehmen, wie eines am Samstag vor acht Tagen in der Gaststätte „Pink Point“ in der UFA-Kinopassage stattfand. Das nächste Turnier der neuen Herbstserie steigt dort übrigens bereits am kommenden Samstag, 2. August, um 19.30 Uhr. Ein weiterer potenzieller Veranstaltungsort der Serie ist die Lagerhalle.
„Es lohnt sich eine online-Anmeldung, da zahlt man 10 Euro für die Teilnahme, vor Ort sind 15 Euro zu entrichten, um am Abend mitzuspielen“, erklärt Veranstalter Wilhelm Brockmann. „An den Tischen wird dann ausschließlich um Chips gespielt, anders als in Casinos, wo es um Geldbeträge geht. Bei uns gibt es für die besten des „Final Tables“ Sachpreise und Punkte für unsere Rangliste zu gewinnen.“
Dass alles völlig legal abläuft, dafür sorgen die Organisatoren selber. „Wir haben nichts zu verbergen und informieren die Ordnungsämter, die uns ab und an einen Besuch abstatten“, so der Vereinsvorsitzende Marcel Santana. „Wir müssen immer auf die Suchtgefahr hinweisen, ein Spieler darf nur einmal am Abend starten, so die Auflagen.“
Für Einsteiger gibt es bei den Turnieren einen Anfängertisch, wo die Grundregeln von einem professionellen „Dealer“ (Geber) erklärt werden. Und was macht den Reiz des Pokern aus? „Das Spiel ist ein kurzweiliges Spiel, ich rechne sehr gern und für mich ist Pokern eine Mischung aus Gefühl und Mathematik“, beschreibt Klaus Bohr. „Einen guten Spieler macht aus, dass er sich auch mal von einer guten Hand trennen kann, aber auch mal blufft, obwohl er eine schlechte Hand hat.“ P.V.