Bebauung Kalkhügel Osnabrück
Widerstand gegen die Bebauung am Kalkhügel
4. August 2008 | 11:41„So sieht ökologische Stadtentwicklung nicht aus“.
Jogger, Radfahrer und natürlich die Kleingärtner kennen den Kalkhügel gut. Nach dem Willen der Stadt soll bald eines der schönsten Gebiete dort, die Hügelkuppe, - einem Baugebiet weichen.
Nachdem beim Bürgerforum im Juni bereits 300 Protest-Unterschriften eingereicht wurden, trafen sich jetzt engagierte Bürger, Gartenbesitzer und Anwohner, für die die Stadtentwicklung hier in die falsche Richtung geht.
Eine Anwohnerin brachte es auf den Punkt: Es ist einfach traurig, wenn die Idylle auf dem Kalkhügel zerstört wird, die jahrzehntealten Hecken, das Gezwitscher und Gekrieche. Ein Teilnehmer der Runde wies darauf hin, dass auch andere im Grünen wohnen wollen.Auf der anderen Seite: In Voxtrup und Hellern wird man die Baugebiete nicht los, in Hasbergen ist alles kahlgeschlagen und keiner will bauen. In Osnabrück bestehe derzeit kein Bedarf für weiteres Bauland, sondern im Gegenteil stehen Bauplätze leer, und über 1000 Wohnungen werden durch den Abzug der Briten frei.
Darüber hinaus gebe es Untersuchungen (u. a. von der Bertelsmann-Stiftung), die unterstreichen, dass sich der erwünschte Zuzug von Familien nicht mit neuen Bebauungen machen lässt.
„Der grüne Finger ist durch das Industriegebiet genug beschnitten. Die Gärten auf der Kuppe des Kalkhügels haben eine besondere Qualität, es ist ein ökologisches Gartengebiet. Hier findet man auch viele Migrantenfamilien mit großen Gemüsegärten“, das meint eine Gartenbesitzerin, die ihren Garten wegen der Bebauung aufgeben muss.
Das Einwendungsverfahren gegen die Bebauung hat noch nicht begonnen. Sobald Bürger Einwendungen schicken können, will die Initiative Grüner Kalkhügel darüber informieren und aufrufen, so viele wie möglich zu schicken. Im September ist außerdem ein weiteres Treffen geplant. Hier soll ein Aktionstag vorbereitet werden, zum Beispiel ein Spaziergang mit Politikern und Presse durch die Gärten.
Kontakt zur Initiative Grüner Kalkhügel: Anke Gehrs, Tel. 0541 - 5829810.
Gartenlandschaft oder Wohngebiet?
Idylle und Klimafaktor: Die Stadt braucht „Grüne Finger“, nicht nur für die Naherholung. Fotos: Schäfer

