Bramsche Familiensonntag Tuchmachermuseum
Wasser-Energie-Experiment für Kids mit Grips
25. August 2008 | 10:13Familiensonntag im Tuchmacher Museum Bramsche in Kooperation mit den Stadtwerken Bramsche am Sonntag, 31. August, 10 bis 17 Uhr.
Am Sonntag, den 31. August, dreht sich im Tuchmacher Museum Bramsche alles um die treibenden Kräfte. Auf dem Platz vor dem Museum wird ein großes Wasserleitungssystem aus natürlichen Baustoffen errichtet. Kinder und Erwachsene sind eingeladen, 60 Meter Bambusrohr nach und nach zu einem dynamischen Wasserleitungssystem zu verbinden. Zahlreiche Wasserbecken fungieren als Stau- und Verzweigungspunkte, die das System in jede Richtung wachsen lassen. Es kann von den Teilnehmenden selbst immer wieder um- und ausgebaut werden. Durch eigenes experimentieren wird deutlich, welche Energie im Wasser steckt und wie sie am besten ausgenutzt werden kann. Am Nachmittag werden dann zwei Wasserräder aktiv in Betrieb genommen. Wenn die Teilnehmer das Leitungssystem gut angelegt haben, lassen sich ein kleines Hammerwerk und Transmissionsriemen über die Wasserräder antreiben.
Die Gewinnung von Energie durch Wasserkraft hat in Bramsche eine lange Geschichte. Schon vor 1240 gab es hier eine Wassermühle. Zuerst nutzte der Müller die Kraft des Hasewassers, um die Kornmühle anzutreiben. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich der Mühlenstandort zu einem Antriebsensemble für nahezu alle Gewerbe: Neben der Kornmühle gab es eine Ölmühle, die Bokemühle zum Brechen des Flachses, die Lohmühle der Gerber zum Mahlen der Eichenrinde,die Sägemühle und schließlich die Walkmühle der Tuchmacher zum Verdichten der Tuche. Da nicht genug Wasser vorhanden war um alle Mühlen gleichzeitig und dauerhaft zu betreiben, legte die Mühlenordnung genau fest in welcher Reihenfolge und wie lange gemahlen oder gestampft werden durfte. Um die Wasserkraft möglichst gut auszunutzen wurden Wehre und Wasserzuführungen ständig verbessert, Wasserräder ausgetauscht und mehrere Wasserräder hintereinander gesetzt. Doch für den Start in die industrielle Produktion war dies nicht genug. Zum Antrieb ihrer Maschinen setzten die Bramscher Tuchmacher auch die Dampfkraft und ab 1917 elektrischen Strom ein.
Wer mehr über die Geschichte der Bramscher Tuchmacher erfahren und die historischen Maschinen im Aktion sehen möchte, kann an der öffentlichen Führung durch die Gesamtanlage teilnehmen (11 bis 12.30 Uhr).
Wie eine Dampfmaschine funktioniert, zeigt Maike Hoberg in einer Führung durch die Sonderausstellung „Technisches Spielzeug – heimliche Botschaften ins Kinderzimmer“ (14.30 bis 15.30 Uhr).
Die Modelldampfmaschine treibt hier nicht nur ein kleines Hammerwerk und mehrere Werkzeugmaschinen an sondern auch ein Karussell – natürlich im Miniaturformat. In der Ausstellung sind neben historischen Modelldampfmaschinen auch Eisenbahnen, Autos, Schiffe und Baukastenmodelle zu bewundern. Kinderträume aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die schon damals für die meisten Eltern unerschwinglich waren.
(PA)
Das Tuchmachemusem. Foto: privat
