FC Ausgburg Fußball VFL Osnabrück
So bekommt der VfL Osnabrück Probleme!
3. November 2008 | 10:25Heute wichtiges Spiel gegen den FC Augsburg.
Wie sagte Mathias Heidrich bereits am letzten Sonntag nach der 0:2-Niederlage gegen 1860 München treffend: „Wir hatten die Chance nach oben, jetzt bleibt es typisch Osnabrück - spannend!“
In der Tat verpasste es der VfL innerhalb von vier Tagen, für richtig Ruhe zu sorgen. Die zweite 0:2-Niederlage beim 1.FC Kaiserslautern beförderte die Lila-Weißen gar aus dem Tabellenmittelfeld zurück Richtung Abstiegszone. Heute um 14 Uhr, osnatel ARENA, geht´s ans Eingemachte beim Heimspiel gegen den FC Augsburg.
Viele Fans rieben sich am Mittwoch bei der Partie in Kaiserslautern die Augen vor dem Fernsehschirm bei Verkündigung der VfL-Aufstellung. Coach Claus-Dieter Wollitz hatte acht nominelle Defensivspieler vor Torhüter Stefan Wessels in der Startaufstellung nominiert. Lediglich de Wit und Reichenberger gehörten zur Abteilung „Attacke“. Hinten dicht und vorne hilft uns der Liebe Gott, so wollte der VfL einen Punkt „ermauern“!
Klappte nicht, weil zwei individuelle Fehler die neue und für Wollitz untypische „Riegeltaktik“ über den Haufen warfen. Torwart Wessels patzte beim 0:1 (67.), Heidrich unterlief ein schludriger Fehlpass vor dem 0:2 (87.). Trotz eines kampfstarken Auftritts stand das Osnabrücker Team mit leeren Händen da!
Der VfL befindet sich zur Zeit am Scheideweg - der Drahtseilakt geht vermutlich, wie von den VfL-Verantwortlichen vor der Saison prognostiziert bis zum letzten Spieltag weiter. Gründe für die schwankenden Leistungen gibt es einige.
1. Die Mannschaft hat diese Saison nach dem zehnten Spieltag immer noch kein Gesicht. Insbesondere die wichtige Defensive inklusive Viererkette ist nicht eingespielt. Einzige feste Größen sind Cichon in der Abwehr, Heidrich und de Wit im Mittelfeld und Reichenberger im Sturm. Cichon, Heidrich und de Wit spielen meilenweit hinter Normalform, Reichenberger wird als Kapitän häufig ausgewechselt.
2. Verletzungsprobleme: Mit Paul Thomik fehlt ein ganz wichtiger Spieler seit der Vorbereitung. Der dynamische Antreiber ist nicht zu ersetzen. Dazu kam die langwierigen Ausfälle der Kreativspieler Gaetano Manno und Tom Geißler.
3. Häufiger Taktikwechsel: Am Mittwoch spielte der VfL in einem 4:4:1:1-System, andere Varianten sind ein 4:2:3:1 oder ein 4:4:2, mal mit Raute und mal ohne. Sicherheit kommt so nur schwer in eine Mannschaft, die ohnehin jede Woche personell anders aufgestellt ist, Stichwort Omodiagbe, Peitz. Einmal rein, dann wieder raus, Omo im Sturm, nächstes Spiel in der Viererkette. Der in der Vorbereitung stark aufspielende Lars Fuchs findet fast gar keine Berücksichtigung mehr, warum eigentlich?
4. Auswärts ist der VfL fleißiger Punktelieferant, weil sich da die individuellen Fehler mehr als in den Heimspielen auswirken. Viele Spieler kommen mit dem erhöhten Druck des Gegners fußballerisch nicht zurecht.
Sei´s drum. Immerhin hat der VfL trotz der vielen Probleme schon elf Punkte zu Buche stehen, steht auf Platz 12. Das ist die positive Leistung des bisherigen Saisonverlaufs. Der VfL ist im Soll, will heißen: In der Mannschaft steckt eigentlich eine ganze Menge Potenzial, die es kontinuierlicher als bislang abzurufen gilt, gerade auch auswärts. Im November wird nun die Richtung für den restlichen Saisonverlauf vorgegeben, da muss jetzt was kommen.
Heute gastiert mit dem FC Augsburg eine Mannschaft in der osnatel ARENA, die als Tabellenvierzehnter den eigenen hohen Ansprüchen hinterher hinkt.
„In Osnabrück wollen wir an das gute Auswärtsspiel in Ingolstadt anknüpfen und einen weiteren Sieg einfahren”, hat sich Trainer Holger Fach vorgenommen. „Es wird sicher ein kampfbetontes Spiel, in dem wir die Zweikämpfe annehmen müssen und darüber hinaus Osnabrück fußballerisch erschrecken wollen. Der Schlüssel zu Erfolg wird sein, dass wir uns durch Zweikampfstärke Chancen erarbeiten und diese besser verwerten als zuletzt”, so Fach weiter.
Starspieler ist der bundesligaerfahrene Michael Thurk, der am letzten Spieltag beim 2:2 gegen den FSV Frankfurt beide Treffer per Strafstoß erzielte. Der FCA ist seit drei Partien ungeschlagen.
Für das Duell sind noch ausreichend Karten zu haben, also für Kurzentschlossene sollte es an den Ticketschaltern keine Probleme geben. P.V.
Als Führungsspieler unabdingbar, muss seine Leistung aber deutlich steigern: VfL-Abwehrchef Thomas Cichon. Foto: Gerken
