Länderspiel Osnabrück U21 besiegt Italien
Osnabrück bewährte sich als guter Länderspielort
24. November 2008 | 10:21U21 gewann gegen Italien mit 1:0. - Hrubesch wohl nur eine Interimslösung.
Ein wahres Fußballfest erlebten knapp 13000 Besucher am Dienstagabend in der osnatel ARENA beim U21-Länderspiel Deutschland gegen Italien (1:0/0:0). Osnabrück als Länderspielstandort für das „zweite Nationalteam“ hatte es seit 1996 nicht mehr gegeben. Die Bedingungen haben sich jetzt mit dem Umbau des Stadions jedoch geändert, sodass schon bald weitere Auftritte deutscher U-Nationalmannschaften folgen könnten.
Dazu Delegationschef Hans-Georg Moldenhauer: „Osnabrück bietet mittlerweile hervorragende Bedingungen. Das wird man beim Vergabekonzept der Landesverbände demnächst sicherlich berücksichtigen. Wir haben ja viele attraktive Mannschaften, von der U15 bis U21, die für ein solches Stadion infrage kommen.“
Horst Hrubesch war ebenso begeistert. „Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass wir sie mitnehmen müssen. Wir müssen uns bedanken, dass die Zuschauer uns mitgenommen haben.“ Das sahen auch die Spieler so, wie Daniel Schwaab stellvertretend meinte. „Osnabrück kann man für die Zukunft auf jeden Fall empfehlen.“
Der Innenverteidiger aus Freiburg gehörte gegen die technisch starken und taktisch gut geschulten Italiener neben Kapitän Benedikt Höwedes (Schalke 04) und Rechtsverteidiger Andreas Beck (TSG Hoffenheim) zu den tragenden Säulen der DFB-Elf. Alle Drei sollten über kurz oder lang auch bei Jogi Löw in der A- Nationalmannschaft Berücksichtigung finden.
Probleme gibt es in dem Jahrgang allenfalls im Sturm, wo es wenige Alternativen gibt. In Osnabrück musste dort der „Zehner“ Toni Kroos (noch für U19 spielberechtigt) ran, der freilich mit einem Traumtor in den Winkel die Partie entschied (48.).
Bei den Italienern konnten ebenfalls drei Akteure besonders auffallen. Innenverteidiger Fabiano Santacroce (SSC Neapel) hielt den Laden hinten dicht. Die kleine „Zaubermaus“ Sebastian Giovinco (Juventus Turin), Marktwert 9 Millionen Euro, spielte sich in die Herzen des Osnabrücker Publikums, Angreifer Balotelli (Inter Mailand) suchte konsequent den Abschluss. Die Drei sollte der Fußballfan unbedingt im Auge behalten!
Nach der starken zweiten Halbzeit gegen Italien kann der deutschen U21 in Schweden im Juni 2009 bei der EM einiges zugetraut werden, sogar der Titel. Immerhin fehlten noch etliche Talente im Aufgebot. Die Liste ist lang: Aaron Hunt, Sebastian Bönisch (beide Bremen), Sami Khedira (VfB Stuttgart), Marco Marin (Gladbach), Marc-André Kruska, Mats Hummels (beide Dortmund), Rouwen Hennings (St. Pauli), Patrick Ebert (Hertha BSC Berlin), Eugen Polanski (FC Getafe/ESP) und andere mehr. Der Pool, aus dem die Mannschaft gebildet wird, umfasst rund 40 Spieler.
Gespannt blickt der DFB Richtung Auslosung am 3. Dezember in Göteborg. Horst Hrubesch, der nach unklaren Aussagen von Sportdirektor Sammer das U21-Team bei der EM wohl nicht betreuen wird, gibt sich angriffslustig. „Die Mannschaft hat herausragende Talente, deshalb werden wir bei der EM auf den Titel spielen, wie die Italiener sicherlich auch.“
Und wen wünscht sich der Europameister von 1980 in der Vorrunde. „Die Italiener lieber nicht. Das wir immer ganz schwer!“ P.V.
Hoffnungsvolle Talente unter sich: V.l. Andreas Beck, Daniel Schwaab (Deutschland) und Sebastian Giovinco (Italien) könnten wie Toni Kroos (Hintergrund) schon bald groß rauskommen.
Foto: Gerken
