amtierender Deutscher A-Jugend-Vizemeister Bissendorf Handball Hauke Rehme-Schlüter Maik Rapczinski Regionalliga SC Magdeburg Sebastian Nüße Steffen Brüggemann Thomas Erben TV Bissendorf-Holte TVB
Bissendorfs A-Jugend verlor ihr Spiel des Jahres
23. Februar 2009 | 11:33Mehrfacher Deutscher Jugendmeister SC Magdeburg war die erwartete „zu große Nummer“.
Es gibt Tage, da freut sich ein Sportler schon Wochen, ja Monate vorher drauf. Einen solchen erlebten die A-Jugend-Handballer des TV Bissendorf-Holte am vergangenen Samstag. Zu Gast im kleinen beschaulichen Bissendorf war kein geringerer als der Nachwuchs des erfolgreichsten ostdeutschen Clubs SC Magdeburg, seines Zeichens amtierender Deutscher A-Jugend-Vizemeister.
Die Bissendorfe Halle war pickepacke voll mit 500 Fans und die erlebten im Regionalligaspitzenspiel Zweiter gegen Ersten eine Magdeburger Mannschaft, die insbesondere mit konsequenter knallharter Abwehrarbeit zum 28:17 (14:6)-Erfolg kam. Für einige Fans war dieser schon ziemlich professionelle Handball arg gewöhnungsbedürftig, gab es doch immer wieder zum Teil unqualifizierte Schmährufe in Richtung Magdeburger Spieler.
„Das ist aber normal“, meinte ein cooler Marco Hüls (SC Magdeburg). „Für die Vereine ist das immer das Spiel des Jahres. Bissendorf hat in der Abwehr ganz gut gestanden und wir hatten heute gerade in der ersten Hälfte einen überragenden Torwart.“
Das Lob ging an den Magdeburger Keeper Oliver Krechel, der nach dreimonatiger Verletzungspause ein überragendes Comeback ablieferte und Bissendorfs Topwerfer Steffen Brüggemann, Sebastian Nüße und Hauke Rehme-Schlüter schier zur Verzweifelung trieb.
Dennoch war die Niederlage kein Beinbruch, wie Bissendorfs Kapitän Thomas Erben erklärte: „Wir haben zu viele Chancen vergeben. Ein solches Spiel will man natürlich gegen so eine Übermannschaft vor eigenem Publikum gewinnen. Aber wir sind Aufsteiger und die spielen um die Deutsche Meisterschaft. Das war so oder so heute ein tolles Erlebnis“, so Erben und ließ sich anschließend gemeinsam mit seinen Teamkollegen vom Publikum unter dickem Applaus verabschieden.
Vor der Partie standen die Bissendorfer Nachwuchstalente beinahe sensationell als Aufsteiger auf dem zweiten Platz der höchsten A-Jugendspielklasse, der Regionalliga. Nach der Niederlage rangieren die Schützlinge von Trainer Maik Rapczinski auf Rang vier.
Jugendleiter Jürgen Brüggemann ist stolz auf seinen Coach, der seit 2002 beim TVB tätig ist, und das zuletzt Erreichte im Jugendbereich: „Der ganze Verein freut sich über die tolle Entwicklung. Ich glaube, zuletzt hat TuRa Melle vor 30 Jahren in der höchsten A-Jugendklasse gespielt. Und dann noch ein solches Spiel. Es ist eine Ehre für den ganzen Raum Osnabrück.“
Ein kurzer Vergleich: Der aktuelle A-Jugend-Kader des SC Magdeburg besteht neben dem Jugendnationalspieler Danny Friedel aus weiteren elf Landesauswahlspielern, die in der Sportschule Magdeburg unter internatsähnlichen Bedingungen trainieren (zum Teil neunmal die Woche) und betreut werden. Zwei Akteure kamen schon bei den Profis der „Gladiators“ zum Einsatz.
Die Bissendorfer dagegen kommen alle aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern und trainieren nur dreimal die Woche. Dafür hat der Club andere Vorzüge, die zum Erfolg führen, wie Maik Rapczinski erklärt. „Hier engagieren sich viele im Club, die im TVB selber gespielt haben und ihr Talent an ihre Kinder weiter gegeben haben.“
Konkret hat der Trainer einen Wunsch für die Zukunft und übt auch ein wenig Kritik: „Es ist natürlich noch ein gewaltiger Schritt von der A-Jugend Regionalliga in die Herren-Oberliga. Es wäre aber dennoch schön, wenn der Verein bei der 1. Herren jetzt einen Cut machen würde und fünf A-Jugendliche oder noch mehr den Sprung in die „Erste“ schaffen könnten. Das wäre ein wichtiges Signal an Zuschauer und Sponsoren.“ P.V.
Hart genommen: Bissendorfs Steffen Brüggemann.
Nachdenkliche Gesichter vor vollen Tribünen: Die A-Jugendlichen des TV Bissendorf-Holte hatten sich wohl mehr vorgenommen als die 17:28-Niederlage gegen den SC Magdeburg. Fotos: Vorberg

