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„Kein Ergebnis, was sich nicht drehen lässt!“
2. Juni 2009 | 09:38VfL-Profis geben sich nach 0:1 in Paderborn kämpferisch.
Wenig riskiert und am Ende bestraft - der VfL Osnabrück muss nach der 0:1 (0:0)- Niederlage im Relegationshinspiel beim SC Paderborn mehr den je um den Zweitligaverbleib zittern. Drittligist Paderborn wagte in der Endphase einfach mehr und wurde mit dem Tor durch Löning (79.) belohnt.
Aller Enttäuschung vom 1:4 in Duisburg und dem damit verpassten direkten Klassenerhalt zum Trotz, die rund 1500 VfL-Fans empfingen am Freitagabend ihr Team in der stimmungsvollen Paderborner “paragon-arena” vor dem Anpfiff mit leidenschaftlichen Gesängen und einem lila-weißen Farbenmeer. Überraschend hatte Trainer Claus-Dieter Wollitz auf den etatmäßigen Kapitän Thomas Reichenberger verzichtet; dafür stürmte Fiete Sykora. Der nach der Ahlen-Partie vom Coach öffentlich runtergebügelte Marcel Schuon rotierte dagegen nicht minder überraschend in die Startformation auf die rechte Verteidigerposition. Verletzungsbedingt fehlten beim VfL die Stammkräfte de Wit (Kreuzbandriss), Engel (Zerrung) und Thomik (Knöchel-OP).
Wollitz hatte zuletzt in Duisburg vollmundig angekündigt: „Paderborn ist nicht gleich Duisburg” und er sollte zunächst Recht behalten. Beide Teams hatten gehörigen Respekt voreinander, die Partie kam nur schleppend in Gang. Der SC Paderborn versuchte über den auffälligen Brückner links und Guié-Mien rechts Druck aufzubauen. Der VfL wartete geduldig auf Fehler der pomadig agierenden Gastgeber. Dennoch kam Enis Alushi in der 23. Minute erstmals kreuzgefährlich nach schönem Doppelpass mit Damjanovic zum Zug, scheiterte allerdings aus spitzem Winkel am VfL-Keeper Berbig. Krause wurde kurz danach im letzten Augenblick von Omodiagbe geblockt (27.).
Die Bemühungen der angriffsschwachen Lila-Weißen in der Offensive blieben ebenfalls nur Stückwerk. Der Paderborner Sturmführer Damjanovic setzte mit seinem Volley ans Außennetz aus 17 Metern, nachdem er Cichon mit einem Heber düpiert hatte, das letzte Highlight einer ereignisarmen ersten Hälfte (39.).
Der VfL kam mutiger aus der Kabine, mehr Tempo kam ins Spiel. Surmann setzte mit einem Linksschuss aus 14 Metern eine erste Duftmarke (49.). Alushi auf der anderen Seite hämmerte den Ball aus 20 Metern drüber (51.). Paderborn wechselte Mitte der zweiten Hälfte seine Stürmer. Die flinken Serkan Güvinisik und Frank Löning brachten neuen Schwung - ein kluger Schachzug Erst scheiterte Güvenisik an Berbig (77.). Als Omodiagbe ausrutschte, schlug Löning eiskalt zum 1:0 zu (79.). Güvenisiks Kopfball hätte das 2:0 bedeuten können (81.), der Fehlschuss in der Nachspielzeit aus drei Metern sogar müssen.
VfL-Coach Wollitz sieht aber noch nichts verloren: „Das 1:0 muss man akzeptieren. Ein Spieler hat einen Fehler gemacht, das gibt es im Fußball. Am Ende sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Bei einem 0:0 hätten wir auch gewinnen müssen. Ich weiß, was am Montag in Osnabrück los ist. Und wir haben schon ganz andere Fights gezeigt.“ Auch der diesmal nicht so offensiv auftrumpfende Linksverteidiger Andi Schäfer gab sich optimistisch. “Wir wollten kein Gegentor, nun steht es 0:1. Aber das ist kein Ergebnis, was man nicht drehen kann.”
Wollitz kündigte an, im Rückspiel eine andere Startelf auf den Platz zu schicken, vermutlich mit Reichenberger und Engel. „Wir wollten für Montag Optionen vorbereiten und dann frische Leute bringen. Wir wissen was zu tun ist. “ - Hoffentlich, so der Wunsch der Fans!
Morgen heißt es nun richtig Daumen drücken, wenn um 15.30 Uhr in der osnatel Arena der letzte Vorhang dieser Saison für den VfL Osnabrück im Rückspiel fällt. Gegen diesen doch eher biederen SC Paderborn muss es mit der 2. Liga 2009/10 einfach klappen! Es wird aber extrem spannend. Der VfL braucht einen Sieg mit mehr als einem Tor Vorsprung, also zum Beispiel ein 2:0. Es gilt der Europapokalmodus. P.V.
VfL spielte in Paderborn: Berbig - Schuon, Cichon, Omodiagbe, Schäfer - Geißler (85. Reichenberger) , Heidrich, - Surmann, Grieneisen, - Frommer (76. Peitz), Sykora. P.V.
Hochmotivierte Paderborner setzten am Freitag den Osnabrückern schwer zu. Fotos: Gerken
