Europameisterschaft Piesberg Truck Trial
Spektakuläre Augenblicke mit den riesengroßen Trucks
28. Juli 2008 | 19:17Truck Trial im Piesberg
Noch wird im Piesberg jeden zweiten Tag gesprengt. Der Abbau der Karbonfelsen läuft auf Hochtouren.
Erst zwei Tage vor dem Start gehört der Osnabrücker Steinbruch dem Team des MSC Truck Trial Cloppenburg, das hier am 2. und 3. August den fünften Lauf zur Truck Trial Europameisterschaft 2008 organisiert. In den Ferien ist das Event sicherlich das Richtige für einen Familienausflug.
In Rekordtempo werden auf den letzten Drücker Aktionsplatz, Festzelte, Budenstadt, Fahrerlager und die Sektionen im Gelände aufgebaut, bevor sie dann kommen können: Tausende von Zuschauern, die die spektakulären Auftritte der Gelände-Trucker live miterleben wollen. Mannshohe Felsen, frische Sprengkanten, Geröllhalden und Steilhänge werden Fahrer und Trucks ans Limit des Machbaren zwingen.
Gefahren wird am Samstag und Sonntag von etwa 9.30 bis 18 Uhr. Mit im Programm sind auch wieder die Geländewagen-Trialer, die im Piesberg für ihre Deutsche Trial-Meisterschaft punkten.
Die Gastgeber erwarten zum EM-Trial rund 50 Teams aus sieben Nationen (Deutschland, Österreich, Tschechien, Niederlande, Ungarn, Frankreich und Großbritannien).
Punkte sammeln die Geländespezialisten in fünf seriennahen Klassen und zwei Wertungsgruppen für Prototypen.
Besonders die Serienklassen sind in diesem Jahr stark besetzt und in fast allen Wertungsgruppen ist das Rennen um den EM-Pokal noch völlig offen. Da wird es im Piesberg richtig zur Sache gehen.
In der großen Prototypenklasse freuen sich die Fans vor allem auf den 10-fachen Europameister Sepp Auinger (Österreich), der sich mit einem ganz neuen Auto angekündigt hat.
Der MSC ist in drei der fünf Serienklassen vertreten. In der kleinen Unimog-Gruppe S1 steuern Christoph und Bernd Kaßen aus Molbergen mit ihrem „Minimog“ nach EM-Silber 2006 und 2007 jetzt das höchste Treppchen an.
In der aktuellen EM-Wertung liegen sie punktgleich mit dem noch amtierenden Vorjahreschampion Patrick Töpfer (MZB) an der Spitze.
Auf den Plätzen folgen die beiden Frauen-Mannschaften des Clubs: Die Minimog-Girls Hiltrud und Irmgard Kassen kämpfen mit dem Tussimog-Trio Angelika Völkerink, Marion Budde und Yvonne Alfers um Rang drei.
In der S2 muss der Blackmog einen starken Auftritt hinlegen, denn das tschechische Avia-Team schob sich mit dem vierten EM-Lauf in Lauchheim gerade an Jörg Grafe, Jacqueline Alfers und Simon Schumacher vorbei auf den zweiten Platz.
Ein Punkt Vorsprung im EM-Klassement sind allerdings alles andere als ein bequemes Polster, sodass die beiden Konkurrenten um den „Vize“ im Piesberg volles Risiko gehen werden.
Wenn der Blackmog hier unterliegt, wird es schwer, die Tschechen in den beiden noch verbleibenden Läufen wieder einzufangen.
Allerdings erwartet Jörg Grafe im Piesberg auch noch „stallintern“ starke Konkurrenz: MSC-Pilot Rolf Kempf aus Vechta, sonst vorwiegend in der offenen Tschechischen Meisterschaft im Einsatz, schraubt gerade seinen „Taxi-Mog“ wieder zusammen, um zum EM-Trial in Osnabrück antreten zu können. Mag der noch ungeschlagene Coburger Udo Heidenreich auch weiter durchmarschieren: Hinter ihm wird’s richtig spannend.
Die betagte „Emma“, der älteste Truck im EM-Fuhrpark der S5-Vierachser, erlebt in dieser Saison einen zweiten Frühling: Mit neuem Lack (jetzt in orange-blau) und neuer Besatzung mischt der betagte MAN wieder im Konzert der Favoriten mit.
Das Klassement der S5 ist so eng gestaffelt wie in keiner anderen Gruppe. Hier ist noch alles drin. Und das heißt auch für Alex Budde und Marc Mescher: Eine überzeugende Darbietung in Osnabrück und die Cloppenburger können wieder das EM-Podium ins Visier nehmen. (PA)
Mit dem Minimog (416er) sind in der S1 Christoph und Bernd Kassen sowie im Doppelstart die Minimog-Girls Hiltrud Kaßen(Ehefrau von Bernd) und Schwiegermutter Irmgard Kaßen vertreten. Foto: Eberlei
