Otto Pätzold Radsport Wallenhorst
Pätzold: „Ich bin sehr zufrieden“
4. August 2008 | 09:44Der Chef der Junioren-Niedersachsenrundfahrt im OSZ-Interview.
Am letzten Wochenende radelten rund um Wallenhorst rund 100 Spitzennachwuchsfahrer aus Europa bei der 14. Int. Niedersachsenrundfahrt für Junioren um die Wette. Das gelbe Trikot des Gesamtsiegers ging dabei an den 17-jährigen Briten Mark Christian. Platz zwei holte sich der Däne Samuel Rytter Ravn vor einem weiteren Briten, dem Vize-Junioreneuropameis-ter Luke Rowe. Die OSZ sprach in dieser Woche mit Rundfahrtchef Otto Pätzold.
Herr Pätzold, wie fällt ihr Fazit der drei Tage in Wallenhorst aus?
Ich bin sehr zufrieden, obwohl die Franzosen, Italiener und Holländer nach der Junioren-WM diesmal nicht mit dabei waren. Auch die Zeiten waren gut. Beim Zeitfahren war die Siegerzeit nur 15 Sekunden langsamer als der Streckenrekord.
Das Rennen wird immer mehr angenommen, sehen Sie das auch so?
Von den Zuschauern her habe ich das Gefühl, es waren wohl mehr an den Strecken als in den vergangenen Jahren. Am Sonntag gab es diesmal auch ein attraktives Beiprogramm mit dem Fahrradakkrobaten Stefan Schlie und eine Autoshow im Zielbereich. Man muss den Leuten in den Pausen was bieten.
Die Engländer hatten eine starke Mannschaft. Hat sie das überrascht?
Das war zu erwarten, die waren mit dem Jahrgang nicht bei der WM in Südafrika. Dafür belegte vor kurzem Luke Rowe, der hier Dritter wurde, bei der EM Platz zwei. Andrew Fenn hat Paris - Rubaix gewonnen. Die Jungs sind 18 Jahre alt und bereiten sich zielgerichtet auf Olympia 2012 in London vor. Dann sind die 22 und wollen ganz vorne mitmischen.
Mit welchen deutschen Juniorenfahrern ist denn in Zukunft ganz groß zu rechnen? Ein Gerald Ciolek gewann in Wallenhorst 2004 eine Etappe.
Christopher Roth ist einer. Der kann Berge fahren, ist im Zeitfahren gut und hat kürzlich die Juniorenrundfahrt in Frankfurt gewonnen. Außerdem ist er im Kopf ok. Das gilt auch für Benjamin Sydlik, der hier diesmal zwei Etappen gewonnen hat. Das sind beides intelligente Jungs mit Zukunft.
Ein Ausblick auf Olympia. Wie sind die deutschen Chancen?
Ich hoffe auf Ciolek. Der ist im Sprint bärenstark, das hat er bei der Tour in Paris gezeigt. Und Jens Voigt ist immer für eine Überraschung gut. Stefan Schumacher haben wir als heißes Eisen im Zeitfahren. Die Damen dürfen wir auch nicht vergessen mit Judith Arndt, Trixi Dworrak und Hanka Kupfernagel. Auf der Straße haben wir überall Medaillenchancen.
Sie organisieren auch die Niedersachsenrundfahrt der Profis. Die fiel 2008 mangels Sponsorengelder aus. Was ist 2009 geplant?
Es wird de facto keine große internationale Rundfahrt geben. Sponsoren wie Toto Lotto und VW haben sich zurückgezogen. Milram bleibt dabei, Skoda kommt dazu. Das reicht aber nicht, um den 350000 Euro-Etat zu decken. Wir planen eine kleine Drei-Tage-Rundfahrt, wahrscheinlich ein U23-Bundesligarennen im Eichsfeld. Wallenhorst ist 2009 gesichert. Dann gibt es andere Strecken. Wir binden das Jubiläum „2000 Jahre Varus-Schlacht“ mit ein. P.V.
Lebt für den Radsport: Otto Pätzold führte in Wallenhorst durch die Rennen. Foto: Vorberg
