"Gertesch aktiv" Leichtathletik Sportpark Gretesch
„Gretesch aktiv“ setzt Maßstäbe
29. September 2008 | 09:30Optimale Bedingungen im Sportpark Gretesch.
Länderkämpfe, Deutsche Meis-terschaften und das hochkarätige Leichtathletikmeeting Gretesch live – der Sportpark Gretesch hat seit der Einweihung 1970 sportliche Höhepunkte wie keine zweite niedersächsische Leichtathletikanlage gesehen. Der 10,0 sec-Europarekord über 100 m (von 1970) und die 64,09 m-Weltjahresbestleistung im Speerwurf der Frauen (von 2003) sind unvergessen. Wer am letzten Sonntag Osnabrücks vielleicht schönste, in jedem Fall funktionalste Sportanlage im Osten der Stadt besuchte, erlebte einen weiteren unvergesslichen Höhepunkt.
Über 700 Aktive, mehr als 1500 Besucher – Gretesch aktiv, das „Sporterlebnis für alle“, wurde seinem Logo mehr als gerecht. „kommen. gucken. mitmachen“, die abschließende Aufforderung wurde in einem Umfang in die Tat umgesetzt, der selbst die Optimisten unter den Organisatoren überraschte. 250 Wettkampfkarten waren vorbereitet – und schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn waren weitere Kopien gefragt. „Unglaublich!” selbst Organisationschef Anton Siemer war fast sprachlos.
Das Gretescher Olympia mit zehn Disziplinen und acht Sportarten (über 300 Teilnehmer), das Nordic Walking (160) und das Minihandballturnier (50), Rope-Skipping und Jazzdance-Vorführungen (40) – die Liste der Programmpunkte war lang. Integration, die Einbindung von Behinderten, wurde beispielhaft mit Leben gefüllt. Sowohl beim Nordic Walking als auch beim Sportabzeichen waren Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam am Start, auf einem anderen Teil der Sportanlage trugen die Osnabrücker Werkstätten ein Fußballturnier aus. Zwei Pferde vom Ellernhof Bissendorf, ansonsten in der Reittherapie der Heilpädagogischen Hilfe im Einsatz, begeis-terten die jüngsten Besucher.
„Kinder stark machen ..für ein Leben ohne Sucht und Drogen“ hieß es für einhundert Schüler/-innen aus der Thomas-Morus-Schule, der Gesamtschule Schinkel, der Waldschule Lüstringen und der Grundschule Wissingen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warben damit auch für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin. Sichtbares Zeichen das Olympiastadion als Hüpfburg und die Mini-Arena mit einer blauen Laufbahn wie in Berlin. Diese nutzte der fünffache Europameis-ter, die Hürdenlegende Harald Schmid, für eine Vorführung mit den Kindern, die mehr als einmal zu Beifallsstürmen hinriss.
Der absolute Höhepunkt aber sollte noch folgen. Im Vorfeld war viel spekuliert und gerätselt worden, beim Startschuss um 17.30 Uhr stand fest: vier Staffeln versuchen sich über 100 x 100 m. 30 Minuten Stimmung, 30 Minuten Begeisterung, fast 30 Minute La Ola-Wellen. „Eine Stimmung, die man nicht beschreiben kann. Die man erlebt haben muss“, schildert TSG-Vorsitzender Jürgen Bußmann. Fünf Minuten nach der Leichtathletik-Gemeinschaft passieren Fußballer und Handballer der TSG 07 sowie das Kinder stark machen-Team die Ziellinie und machen einen, wenn nicht sogar zwei deutsche Rekorde perfekt: Vier Staffeln über 100 x 100 m an einem Tag, in einem Rennen, das hat es noch nicht gegeben. 10% der Vereinsmitglieder in einem Wettkampf am Start – das dürfte für einen Großverein mit über 3000 Mitgliedern einmalig sein. (PA)