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Konjunkturflaute im Handwerk
14. April 2009 | 10:08Zulieferer mit Umsatzrückgang und sinkenden Auftragszahlen.
Licht und Schatten im Handwerk: Zwar ist die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise mittlerweile in der Region Osnabrück-Emsland angekommen und hat etwa bei den Handwerkern im Zulieferbereich die Konjunkturerwartungen deutlich eingetrübt. Gleichzeitig gehen aber mehr als die Hälfte der Betriebe davon aus, dass sich die Krise nicht negativ auf Auftragslage, Umsätze und Investitionen auswirken wird. Das geht aus einer aktuellen Konjunkturumfrage hervor, deren Ergebnisse die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland (HWK) jetzt zusammen mit dem Jahresbericht 2008 präsentierte.
Während in den Jahresbericht noch gut 70 der Betriebe mit einer guten oder zumindest befriedigenden Geschäftslage eingegangen sind, hat sich der Geschäftsklimaindikator (GKI) merklich abgekühlt.
Er ist von 80 Punkten im Herbst des vergangenen Jahres auf nunmehr 72 Punkte abgerutscht. Besonders tief gefallen ist der GKI nach Kammerangaben in den Investitions- und Zulieferhandwerksbetrieben: In diesen Unternehmen rutschte der Indexwert auf 64 Zähler ab. Die Zahl der Aufträge ist um 18 Prozent gesunken, die Umsätze sind um 16 Prozent zurückgegangen, besonderes in den Zulieferhandwerken um rund 25 Prozent und im Kfz-Handwerk um rund 33 Prozent.
Auch die Beschäftigungszahlen sind gesunken: 20 Prozent der Betriebe haben gegenüber dem Herbst des letzten Jahres Personal abgebaut und nur 12 Prozent haben ihren Personalbestand erhöht. Leichten Beschäftigungszuwachs gab es nur in den Ausbaugewerken. Offene Stellen bieten nur noch 12 Prozent aller Unternehmen an. 20 Prozent der Betriebe befürchten eine Verringerung der Beschäftigtenzahl.
Die Handwerkskammer erwartet, dass die Hilfeprogramme gegen die Folgen der Krise Wirkung zeigen werden. Durch die Konjunkturpakete der Landes- und Bundesregierung werden sich nach Ansicht von HWK-Präsident Karl-Heinz Brünger enorme Potenziale für die Handwerkswirtschaft der Region Osnabrück-Emsland ergeben. „Die Maßnahmen der Konjunkturpakete sind dazu geeignet, den Binnenmarkt zu stärken.
Insbesondere die umfangreichen Investitionen in kommunale Einrichtungen wie Schulen, öffentliche Gebäude und Straßen betrachtet das Handwerk als Chance, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise abzumildern“, meinte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Dr. Heinz-Gert Schlenkermann. Die Vereinfachung des Vergaberechts werde zudem dazu beitragen, dass auch die beschäftigungsintensiven Handwerksbetriebe vom Konjunkturprogramm zeitnah profitieren. (PA)
HWK-Vizepräsident Peter Voss und HWK-Hautgeschäftsführer Dr. Heinz-Gert Schlenkermann stellten den neuen Jahresbericht mit den aktuellen Konjunkturdaten vor. Foto: privat
