Ausbildung Facharbeitermangel Handwerkertag Imagekampagne Otto Kentzler Peter Voss Prof. Peter Zellmann
Facharbeitermangel, Ausbildung, Imagekampagne:Handwerkertag: Die Zukunft beginnt jetzt!
17. August 2009 | 14:41Über 600 Gäste in der OsnabrückHalle erlebten inhaltsreichen und unterhaltsamen Abend unter dem Motto: Gesellschaft mit Zukunft – Zukunft des Handwerks. „Schon heute erkennen wir die Anfänge des Problems, das schon in wenigen Jahren existenziell für unsere Betriebe sein wird: Den eklatanten Facharbeitermangel“.
Kammerpräsident Peter Voss rief in seiner Begrüßungsrede alle gesellschaftlichen Gruppen dazu auf, sich den Herausforderungen bezüglich der handwerklichen Arbeitswelt zu stellen, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. „Die Zukunft beginnt jetzt! Daher müssen wir auch jetzt handeln und die Problem nicht vertagen“, beschwor Voss das Publikum und verwies auf die Ausbildungsentwicklung im Kammerbezirk: „Wir haben mittlerweile keine unversorgten Bewerber im Handwerk, sondern unversorgte Betriebe“. Hier gelte es anzusetzen und verwies auf die großangelegte Imagekampagne des deutschen Handwerks, die bundesweit im Januar nächsten Jahres startet und über 5 Jahre gerade für Schulabgänger die Vorzüge des Handwerks deutlich und multimedial herausstellen soll. „Es zeigt sich, wie sehr wir uns anstrengen müssen, mehr junge Menschen für das Handwerk zu begeistern“, stellte ZDH Präsident Otto Kentzler in seinem Grußwort fest.
Davon zeigte sich auch der Festredner des Abends überzeugt, Zukunftsforscher Prof. Peter Zellmann aus Wien. In einer spannenden Präsentation gelang es dem Wissenschaftler die Notwendigkeit dieses Handelns anhand anschaulicher Analysen dem Publikum zu verdeutlichen. Seine Kernaussage: Aufgrund des demografischen Wandels, der von immer weniger Schulabgängern ausgeht, wird es für das Handwerk zunehmend schwieriger, die guten Absolventen für sich zu gewinnen. „Der Kampf um die Besten hat bereits heute begonnen und wird sich in den nächsten Jahren noch weitaus verschärfen“, so die Überzeugung Zellmanns.
Diese Entwicklung werde in absehbarer Zeit bedrohlich für die Betriebe, da sie ihren handwerklichen Nachwuchs in Konkurrenz zur Industrie nicht mehr in gewohnter Anzahl rekrutieren können. „Das geht bis zur Aufgabe von Betrieben aufgrund fehlender Fachkräfte, die nicht frühzeitig an den Betrieb gebunden werden“. Die Imagekampagne des deutschen Handwerks sei ein erster Schritt zur Lösung dieses Nachwuchsproblems. (PA)